Die Ausgangsidee

Die Idee zu diesem Blog entstand anlässlich eines kurzen Textes (Limit 1000 Zeichen) mit dem Titel „Ist Grünstrom teuer?“, der im gemeindeweiten Rundschreiben der Grünen Hitzendorf im Februar 2019 erschien. Hierin versuchte ich in aller gebotenen Knappheit darzustellen, warum die Wahl eines „Grünstromproduktes“ durch private oder gewerbliche Endverbraucher zum Klimaschutz beiträgt. Dabei wurde schnell klar, dass das Thema in diesem Rahmen nur grob angerissen werden kann und sich der interessierten Leserin, dem interessierten Leser dazu möglicherweise haufenweise Fragen stellen, zu deren Klärung wenig Angebot besteht. Klar, ein persönliches Beratungsgespräch oder eine Infoabend wären ideal aber das muss erst mal zustande kommen bzw. besucht werden. Also, schön wär’s doch, wenn es geeignetes Forum gäbe, in dem Fragen, Anregungen, Wünsche, Kritik von am Thema Energienutzung und Klimawandel interessierte GemeindebewohnerInnen (und auch der lokalen community im weiteren Sinne) Platz fänden und in welchem Leute mit handfestem Fachwissen versuchen darauf dazu Antworten zu geben.

Als Experten sagten Dr. tech. Walter Ospelt aus Thal, der große Erfahrung in kommunenspezifischen Fragen der Energieeffizienzsteigerung und des Klimaschutzes hat und die Historikerin und Journalistin Mag. Elke Murlasits sofort Ihre Mitarbeit zu als ich Ihnen von diesem Projekt erzählte.  Danke Elke, danke Walter!

Im Weiteren soll dieser Blog auch als „digitale  Bibliothek“ für einschlägiges Informationsmaterial, Studien, Vergleiche mit anderen communities und, und, und  dienen. Große Hoffnung besteht auch in der „energetisierenden“ Vernetzung von Menschen, die den Klimaschutz ernst nehmen und dafür auch was tun wollen. Und das zielgerichtet und ökonomisch wie sozial sinnvoll.

Ja, es gibt auch heute noch Menschen und Gruppierungen, die den Klimawandel überhaupt leugnen, sowie es auch noch welche gibt die glauben, die Welt sei eine Scheibe.

Meinungen sind OK, doch Fakten – auf wissenschaftlich fundierter Basis – sollen das Rückgrat sein für das was hier entsteht.

Möge die Übung gelingen.

Ronald Gjurkowitsch, März 2019

Ist Grünstrom teuer?

Seit mittlerweile fast 20 Jahren ist es in Österreich für jeden Haushalt und Betrieb möglich, den Stromlieferanten frei auszusuchen. Dennoch haben diese Wahlfreiheit österreichweit 2017 nur 4,3% der StromkundInnen genutzt. Das ist durchaus verwunderlich, da Kostenersparnis und Individualität für die meisten Menschen durchaus wichtig sind. Und dabei kann man auch noch einen Beitrag für die Umwelt leisten! Nur kostet das dann halt auch entsprechend mehr, oder?

Nein, tut’s nicht. Und ist die Angebotslage vielfältig? Durchaus. Unterstützung beim Anbieterwechsel bieten online beispielsweise der staatliche Energiergulator e-control oder Aktionen wie der „Energiekosten-Stopp“ des Vereins für Konsumenteninformation (VKI).

Sollten Sie sich lieber abseits des Internets informieren wollen, können Sie das auch in jeder Postfiliale machen, wo Wechselservice inklusive Beratung vor Ort angeboten wird. Vielen geht es erst einmal darum, den günstigsten Preis für Ihre Bedürfnisse zu ermitteln. Mit der Wahl eines Stromproduktes treffen Sie allerdings auch die Entscheidung dafür, wie und wo ihr Strom erzeugt wird. Viele Angebote werden zwar schon aus 100% erneuerbaren Energieträgern gespeist, das kann dann aber  auch etwa skandinavische Großwasserkraft sein. Grund dafür ist, dass der Anteil aus geförderten Ökostromanlagen wie Windkraft, Photovoltaik und Biomasse 2017 in Österreich erst 17,9% betrug. In Deutschland hingegen sind es bereits 36% und bis 2030 sollen es 65% werden. (Die schaffen das ;-).

Großwasserkraftwerke miteingerechnet sind wir hierzulande bei etwa 70% aus Erneuerbaren. Der Rest wird immer noch durch Verbrennen von Kohle, Gas und Öl erzeugt. Und das setzt das klimaschädliche Treibhausgas CO2 frei. Wer dies mit dem Anbieterwechsel zurückdrängen mag, kann dies durch gezielte Produktwahl auch tun- und dabei noch Geld sparen, denn viele Altverträge sind häufig vergleichsweise richtig teuer und so gar nicht 100% grün. Also genau hinsehen, kann sowohl der Geldtasche als auch dem Klima helfen.