Medien – News zum Thema

200214 Erstmals über 20 Grad in Antarktis Das erste Mal seit Beginn der Messaufzeichnungen hat ein Forschungsteam in der Antarktis eine Temperatur von über 20 Grad gemessen. Es war bereits der zweite Temperaturrekord innerhalb weniger Tage. Zugleich legt eine neue Studie nahe, dass die Eisschmelze in der Antarktis den Meeresspiegel stärker als bisher erwartet steigen lassen könnte.

200214 US-Wetterbehörde: Weltweit wärmster Jänner seit 141 Jahren Der Jänner 2020 war laut der US-Wetterbehörde NOAA der weltweit wärmste Jänner seit Beginn der Messungen vor 141 Jahren. Damit setzt sich ein Trend der Erwärmung aus den vergangenen Jahren fort: Vier der wärmsten Jänner-Monate wurden seit 2016 gemessen, die zehn wärmsten seit 2002, wie die Behörde gestern (Ortszeit) weiter mitteilte. Kommentar WO: Wer an der Realität vorbei argumentieren will, kann auch sagen: hat nix mit Klimawandel zu tun, sondern mit „Rekord-Brechen“.

200130 Heizen in Zeiten der Klimakrise Bis 2040 soll Österreich klimaneutral werden. So steht es im Regierungsprogramm der Koalition aus ÖVP und Grünen. Der Abschied von fossilen Brennstoffen wird Auswirkungen auf unseren Alltag haben – ganz konkret zum Beispiel bei der Frage, wie wir in Zukunft heizen werden. Kommentar WO: Was war die bisherige Linie der Politik: zuerst packen wir die unerprobten zukünftigen Innovationsmöglichkeiten an. Und zuletzt widmen wir uns den akuten Fragestellungen. Man nennt dies: das Pferd vom Schwanz her aufzuzäumen. Beispiel dafür: auf alle Bundesgebäude muss Photovoltaik. Aber wo sind die Backup-Kraftwerke dafür? Und warum wird nicht der Energiebedarf zuerst massiv abgesenkt? Keiner sagt es. Die Nordländer wissen dies schon lang. In den Energie-Broschüren vieler Städte in Schweden kann man dies nachlesen: die Basis der „Zukunftspyramide“ ist die Energie-Einsparung: beim Wärmebedarf, beim Strombedarf, beim Eigen-Autobedarf. Unsere Satiriker sagten schon in den 60ern: „Oba bei uns in Bagdad?“

200127 Pariser Klimaziele auch ökonomisch sinnvoll Die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf höchstens zwei Grad plus zu beschränken: Dieses Pariser Klimaziel ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern laut einer neuen Berechnung auch wirtschaftlich. In der Studie werden mit Hilfe von Computersimulationen zu erwartende Klimaschäden etwa durch Wetterextreme oder andere Folgen der Erwärmung mit Kosten verglichen, die für eine Verringerung des Treibhausgasausstoßes erforderlich sind – zum Beispiel für das Ersetzen von Kohlekraftwerken durch Windräder und Solarzellen oder durch eine CO2-Bepreisung. Dabei habe sich die Zwei-Grad-Grenze als „wirtschaftlich optimal“ erwiesen, erklärte Anders Levermann, Studienleiter und Forscher am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

200117 US-Behörde prüft Tesla-Autos nach Berichten über Unfälle Nach Berichten über die plötzliche ungewollte Beschleunigung von Tesla-Fahrzeugen leitet die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA eine Untersuchung ein. Betroffen sind insgesamt 500.000 Fahrzeuge der Tesla-Modelle Model S, Model X und Model 3, wie die Behörde erklärte. In einer Petition war die NHTSA zuvor aufgefordert worden, tätig zu werden. Der Antragsteller verwies darauf, dass wegen der plötzlichen Beschleunigung von Tesla-Fahrzeugen 127 Verbraucherbeschwerden bei der Behörde eingereicht worden seien. Demnach habe es deswegen 110 Unfälle mit 52 Verletzten gegeben. Viele der betroffenen Verbraucher berichteten, dass ihr Fahrzeug plötzlich beschleunigt habe, während sie parken wollten. Kommentar WO: aha, ich verstehe: Tesla baut schon autonom fahrende Autos, die Zieleingabe funktioniert nur noch nicht. Vielleicht haben auch Boeing-Leute bei Tesla „angedockt“ oder beraten.

200116 Videos von Klimawandelleugnern empfohlen: Kritik an YouTube YouTube hat US-Aktivisten zufolge Millionen von Nutzern weltweit auf Videos von Leugnern des Klimawandels weitergeleitet. Für eine heute veröffentlichte Studie filterte die Nichtregierungsorganisation Avaaz die Topempfehlungen der Videoplattform zu den Begriffen „Erderwärmung“, „Klimawandel“ und „Klimamanipulation“ und untersuchte auch, was in der Rubrik „nächstes Video“ angeboten wurde. Demnach enthielten 16 Prozent der 100 Topvideos zur „Erderwärmung“ Fehlinformationen – von denen wiederum die zehn wichtigsten im Durchschnitt mehr als eine Million Klicks erhielten. Bei Videos zum Thema „Klimawandel“ enthielten acht Prozent der Top 100 Falschinformationen, bei Videos zum Thema „Klimamanipulation“ waren es sogar 21 Prozent. Zudem wurde in allen Videos Werbung geschaltet, von deren Einnahmen die Produzenten der Videos ebenso wie die Plattform profitierten. „Hier geht es nicht um Meinungs-, sondern um Werbefreiheit“, erklärte Avaaz-Vertreterin Julie Deruy.

200115 Massensterben durch warmes Meereswasser Zehntausende tote Trottellummen waren zwischen Mitte 2015 und Anfang 2016 an der US-Westküste und in Alaska an Land gespült worden. Das Massensterben der Vögel ist laut Forschern die Folge einer Ansammlung von ungewöhnlich warmen Meereswasser. Kommentar WO: (rechts-)populistisch argumentiert: „Sie starben nicht AM Klimawandel, sondern nur AN Hunger“. Lies weiter bei meinem Kommentar am 200114

200115 WMO: 2019 war zweitwärmstes Jahr                    Das vergangene Jahr war weltweit gesehen das zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das meldete die Weltwetterorganisation (WMO) heute in Genf. Die Auswertung von Temperaturdaten aus aller Welt bestätigt Angaben des Copernicus-Klimawandeldienstes (Copernicus Climate Change Service) von voriger Woche.Die Durchschnittstemperatur lag laut WMO-Analysen im vergangenen Jahr um 1,1 Grad höher als der Durchschnittswert zwischen 1850 und 1900. Heißer als 2019 war nur das Jahr 2016. Auch 2020 sei wegen der Rekordmengen an klimaschädlichem CO2, das sich in der Atmosphäre befinde, mit extremem Wetter zu rechnen, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.              Kommentar WO: Das WMO liefert „nackte“ Daten, beeinflusst weder von Klimawandel-„Erkennern“ noch von Klimawandel-Skeptikern, just simple facts

200115 Abholzung im Amazonas-Gebiet stieg im Vorjahr um 85 Prozent Die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes im Norden Brasiliens ist 2019 um 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wie gestern veröffentlichte Daten belegen. 9.166 Quadratkilometer wurden gerodet – die höchste Zahl seit mindestens fünf Jahren, so das brasilianische Nationale Institut für Weltraumforschung. Im Jahr 2018 betrug die abgeholzte Fläche 4.946 Quadratkilometer. Kommentar WO: das ist so groß wie Kärnten. Und für den Sojaexport in die EU braucht man immer neue Flächen, weil unter den dortigen Bedingungen der Boden ausgelaugt wird und „Wüste“ zurück bleibt.

200114 Ozeane bereits deutlich wärmer Die Weltmeere waren einer aktuellen Analyse zufolge im vergangenen Jahr so warm wie nie zuvor seit Beginn der globalen Erfassung. Die Erwärmung der Ozeane durch den Klimawandel beschleunige sich zudem, warnte am Dienstag ein Team von 14 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus elf Instituten verschiedener Länder.   Kommentar WO: Messung vor der Ostküste der neuseeländischen Südinseln zeigen einen Anstieg der Wassertemperatur von bereits 6 °C. Die direkte Folge davon ist das Ausbleiben der Nahrung für die dort lebenden Gelbaugenpinguine. Siehe auch den Beitrag „Der Klimawandel, das Dauerthema“ Abschnitt 1 in der digitalen Bibliothek

200111 Der Spiegel Nr 3, S 62: Gutachten: Der Freihandel gefährdet den Klimaschutz:    Die Kritik am geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten wächst. Britische Wissenschaftler hatten den geplanten Vertrag, der die größte Freihandelszone der Welt schaffen würde, bereits massiv kritisiert. Nun legen argentinische Forscher nach. Das Abkommen widerspreche den Klimaschutzzielen der EU, schreiben die Wissenschaftler des Nationalen Wissenschafts- und Technikrats Argentiniens, die von den Grünen im Europaparlament beauftragt wurden. Das Abkommen würde den Treibhausgasausstoß, der beim Handel zwischen der EU und den Mercosurstaaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay entsteht, um bis zu 30 Prozent steigern, schreiben die Forscher unter Berufung auf frühere Untersuchungen. Wachsen würde zudem der Import von Sojabohnen und Fleisch in die EU, für deren Herstellung im Amazonas immer wieder große Regenwaldflächen abgeholzt werden.      Kommentar WO: Man kommt unweigerlich zum Schluss: wenn Handel per se gut ist,      dann ist die EU per se schlecht. Beim Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten sollen offensichtlich die Bauern geopfert werden, zugunsten der Exportchancen der Industrie.

200109 Furzendes Urbakterium wurde ausgezeichnet  Blähungen entweichen lassen kann zu Auszeichnungen führen: Das gilt zumindest für ein Urbakterium, das durch Furzen Biomethan erzeugt. In der Schweiz wurde ein Projekt dazu in Sachen „Erneuerbare Energien“ prämiert. Kommentar WO: Man darf dabei durchaus seriös bleiben: überall dort, wo in unserer Biosphäre Methan entsteht, sind die Chemismen sehr ähnlich. Wir wollen das Tun der Biosphäre ja nicht mit menschlichen Attributen versehen. Die Natur kann’s besser als der Mensch, sie braucht keine Auszeichnung. Und es gilt nur für ihn: aus einem verzagten A… kömmt kein fröhlich F…

200108 2019: Das wärmste Jahr in Europa                                           Laut dem Copernicus-Klimawandeldienst war 2019 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen in Europa. Auch die CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre sind vergangenes Jahr wieder gestiegen. Die Experten sprechen von „erschreckenden Alarmsignalen“.

200108 CO2-Emissionen des Verkehrs zum fünften Mal in Folge gestiegen Die CO2-Emissionen im Verkehr sind im Vorjahr nach Angaben des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zum fünften Mal in Folge gestiegen. Der Verkehrssektor habe damit das nationale Klimaziel für das Jahr 2019 deutlich verfehlt und liege bereits 8,3 Mio. Tonnen vom Klimaziel für das Jahr 2030 entfernt. Insgesamt wurden im Verkehr im Vorjahr rund 24 Mio. Tonnen CO2-Emissionen freigesetzt.

200106 Australien: Feuer werden „noch Monate brennen“ In Australien ist weiterhin kein Ende der verheerenden Buschfeuer in Sicht. „Die Feuer brennen immer noch, und sie werden noch über Monate brennen“, sagte der australische Premierminister Scott Morrison am Montag. Bei den Bränden sind bisher landesweit 25 Menschen ums Leben gekommen. Auch der Schaden für die Tierwelt ist enorm. Etwa sieben Millionen Hektar sind bisher niedergebrannt.  Kommentar WO: Österreichs Fläche beträgt 83.879 km² = 8,3879 Mio ha

200106 11.000 Tonnen Altkleidung pro Jahr in Wien gesammelt Pro Jahr werden in Wien an die 11.000 Tonnen Altkleidung in Containern gesammelt. Sie kann etwa in der Industrie weiterverarbeitet werden. Eine EU-Richtlinie sieht vor, dass ab 2025 Textilien noch stärker getrennt werden – und nicht im Restmüll landen. Kommentar WO: die Kleider-Ausmusterrate wird wesentlich vom Grad des individuellen „Konsumismus“ abhängen. Es wird einem schlecht, wenn man die vielen ungebrauchten Kleider in den Sammeleinrichtungen sieht.

191231 Einer der 15 wärmsten Dezember der Messgeschichte Der Dezember 2019 liegt in der vorläufigen Monatsbilanz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) um 2,4 Grad über dem vieljährigen Mittel und ist damit einer der 15 wärmsten Dezember-Monate seit Beginn der Messreihe im Jahr 1767. Der Jahresausklang war sehr mild und sonnig, beim Niederschlag gab es große regionale Unterschiede.

191231 Das Jahrzehnt des Übertourismus Der Tourismus hat vielen Weltregionen Wohlstand gebracht. In den vergangenen zehn Jahren aber haben sich die positiven Effekte vielerorts ins Gegenteil verkehrt: Von den Innenstädten Europas über die Strände Südostasiens bis auf die Gipfel des Himalaya-Gebirges sorgen Massen an Reisenden für Probleme und Proteste. ORF.at blickt zurück auf die Dekade des Overtourism, des Übertourismus. Kommentar WO: Wie heißt es landläufig: „Der Tourismus ist der Tod des Tourismus“. Das wäre ja nicht so schlimm. Aber er zerstört viel mehr, viel tiefer greifend und mit Langzeitwirkung. Wie heißt es sarkastisch in einem Lied: „Besuchen Sie Europa, solange es noch steht.“ Wie wahr. Wir haben es auch geschafft George Orwells „1984“ weiter und tiefgreifender zu übertreffen. Man singt auch fröhlich „We are the champions“.

191227 NZZ Klimawandel: Der Bund will die Bauern in die Pflicht nehmen. Auf das Konto der Landwirtschaft gehen 13 Prozent der Treibhausgasemissionen in der Schweiz. Bis 2030 soll der Ausstoss um 25 Prozent sinken. Der Bundesrat will genau hinschauen und beim Verfehlen der Zwischenziele eine Kurskorrektur anordnen.  Die Landwirtschaft ist vom Klimawandel betroffen. Sie trägt aber auch zur Erderhitzung bei. Ihr Anteil an den Treibhausgasemissionen der Schweiz beträgt 13 Prozent. Werden weitere Emissionen wie etwa der CO2-Ausstoss von Traktoren hinzugezählt, die heute anderen Sektoren zugeordnet sind, steigt der Anteil auf gegen 17 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem Agrarbericht 2019 des Bundes. Rund die Hälfte der Emissionen produzieren Nutztiere: Bei ihrer Verdauung setzen sie das klimaschädliche Methan frei. Ein weiteres Viertel fällt bei den Böden an: Durch deren Bearbeitung wird Lachgas freigesetzt.  Weitere wichtige Erkenntnisse:Der Agrarbericht verweist auf Studien, wonach nur ein Paradigmenwechsel bei den Produzenten über die Verarbeiter bis zu den Konsumenten zu einer substanziellen Reduktion der Treibhausgasemissionen führe. Der Bund schlägt im Agrarbericht vor, den Tierbestand dem lokal verfügbaren Futterangebot anzupassen. Dies bedeutet weniger Kühe. Kraftfutter und Futtermittel sollten nur sehr beschränkt eingesetzt werden.  Kommentar WO: wie lange wird es in Österreich dauern, bis solche Betrachtungen und Zielfestlegungen auch hier passieren?

191223 Australischer Premier weist Klimaschutzforderungen zurück Der australische Premierminister Scott Morrison hat Forderungen für mehr Klimaschutz angesichts der in seinem Land wütenden Buschfeuer zurückgewiesen. „Wir werden uns nicht auf unbesonnene Ziele einlassen und traditionelle Industrien aufgeben, wodurch australische Arbeitsplätze gefährdet würden, obwohl sie (die Ziele, Anm.) keinen bedeutsamen Einfluss auf das globale Klima haben“, schrieb er in einem heute veröffentlichten Beitrag in der in Sydney erscheinenden Zeitung „Daily Telegraph“, wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete. Kommentar WO: Es ist bekannt, dass Scott Morrison engstens mit der Kohleindustrie Australiens verabandelt ist.

191220 Bericht: Vertraulicher Klimaplan ging an Konzerne In die langfristigen Klimapläne Österreichs dürften mehr Stellen Einblick erhalten haben als eigentlich erlaubt. Wie der „Standard“ schreibt, wurde die Klima-Langfriststrategie bis 2050, die am 1. Jänner nach Brüssel geschickt werden soll, im Vorfeld vom Wirtschaftsministerium auch an die Wirtschaftskammer verschickt. Von der Wirtschaftskammer soll das Papier dann weiterverteilt worden sein, unter anderem an Industrielobbyverbände und Großkonzerne, die für einen hohen CO2-Ausstoß verantwortlich sind. In einer E-Mail seien diese aufgefordert worden, so schnell wie möglich Anmerkungen zum Papier zu machen, so der „Standard“ weiter. Kommentar WO: Ein Schelm, der Böses dabei denkt?

191219 Vorläufige Klimabilanz: Drittwärmstes Jahr seit 1768 Das Jahr 2019 war in Österreich eines der drei wärmsten seit Beginn der Messreihe im Jahr 1768. Das geht aus der am Donnerstag von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) veröffentlichten vorläufigen Klimabilanz hervor. Damit setzt sich die Reihe der extrem warmen Jahre der jüngeren Vergangenheit fort. „Berücksichtigt man die Prognosen für die nächsten Tage, liegt 2019 ziemlich sicher im Bereich von 1,5 bis 1,7 Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel“, sagte ZAMG-Experte Alexander Orlik. Ein „Abrutschen“ auf Platz vier sei in den verbleibenden Tagen des Jahres „kaum noch zu erwarten“ – vielmehr bestehe noch „eine minimale Chance“ auf Platz zwei.

191219 CO2 Sparen und zugleich Geld sparen Den eigenen CO2-Fußabdruck beim Autofahren und Wohnen verringern und gleichzeitig Geld sparen: Laut neuen Berechnungen ist das in Österreich sehr gut möglich.        Biogas-Autos, Holzheizungen und Fernwärme seien derzeit besonders effektiv, berichten Forscher des Kompetenzzentrums „Bioenergy and Sustainable Technologies“ (BEST) in der Studie „CO2-Einsparungskosten bei Mobilität und Wärmebereitstellung“.Ein Team um Christoph Strasser von der BEST-Niederlassung in Wieselburg (NÖ) analysierte für PKW, Busse, LKW und den privaten Heizbedarf, wie man CO2-Emissionen einsparen kann und wie viel das kostet. Dabei stellte sich heraus, dass Klimaschutz nicht teuer sein muss – manchmal kann man dabei sogar Geld sparen im Vergleich zum „Weitermachen wie bisher“ mit fossilen Brennstoffen.

Biodiesel und Biomethan So könne man bei LKW und Bussen etwa mit reinem Biodiesel die CO2-Emissionen stark verringern bei weitgehender Kostenneutralität, berichten die Forscher. Bei PKW wären mit Biomethan als Treibstoff sehr hohe CO2-Emissionen-Einsparungen erreichbar. Ein durchschnittlicher Autofahrer, der im Jahr 15.000 Kilometer zurücklegt, würde zudem jährlich fast 500 Euro weniger im Vergleich zum Dieselfahrzeug und knapp 300 Euro im Vergleich zum Benziner ausgeben müssen. Allerdings ist „Biomethan derzeit nur an Tankstellen, welche direkt an Biogasanlagen angeschlossen sind, zu erhalten“, schreiben sie in dem Bericht. Bei einem Ausbau des Tankstellennetzes würden die Transportwege länger und der Preis dadurch höher, es sei denn man verteilt Biomethan über das bestehende Erdgasnetz.

Kommentar WO: Leider enthält dieser ORF-Beitrag sprachliche Unschärfen und daraus entstandene problematische Feststellungen (diese Unschärfen enstanden offenbar durch journalistische „Nachbehandlung“ bzw Vereinfachung). 1. Unter Biodiesel versteht man landläufig Methylester aus Ölfrüchten. Es ist ein Faktum, dass derartiger Biodiesel klimaschädlich ist (wegen der Lachgasemission zufolge der immer erforderlichen Düngung). Biodiesel (der präzisere Begriff wäre FAME) aus Altspeiseölen ist diesbezüglich unproblematisch, allerdings sollte dieser „Biodiesel“ nur auf offenen Böden und Wasserflächen und auch nur saisonal verwendet werden (keine Schädigung der Böden oder des Wassers bei  Lecks). Noch besser wäre es, das daraus produzierbare Hydraulik-Öl zu nutzen. Die Verbrennungs- und Abgasnachbehandlungssysteme zeitgemäßer Dieselmotoren vertragen keinen Biodieselbetrieb!! Ganz anderes ist es mit Biodiesel und Bio-Benzin aus der sogenannten Fischer-Tropsch-Synthese. 2. Biomethan wird in Schweden großflächig für öffentliche Busse genutzt. Und ich selber kaufe schon seit Jahren Biomethan an jeder Erdgastankstelle (Zertifikats-System wie beim Ökostrom). Das könnte Jedermann tun und auch jeder öffentliche Busbetreiber. Man braucht keine Biogasanlage in der Nähe, es geht übers Ferngasnetz, kinderleicht.

191215 Müder Kompromiss auf UNO-Klimagipfel Nach harten und langen Verhandlungen ist die UNO-Klimakonferenz in Madrid mit Minimalbeschlüssen zu einer Anhebung der Klimaschutzambitionen und anderen Themen zu Ende gegangen. Es gelang nur der kleinstmögliche Output: Das Plenum erinnerte alle rund 200 Staaten an ihre Zusage, im nächsten Jahr ihre Klimaschutzziele für 2030 möglichst zu verschärfen. Zentrale Entscheidungen wurden vertagt – von NGOs hagelt es Kritik.   Kommentar WO: diese Konferenzen sind nicht einmal „warme Luft“. Aber so lange auch unsere Politiker als Erfolg verkaufen wollen, dass es so wichtig war miteinander zu reden …. Es wird auch in Zukunft nur ein Gerede bleiben. Wenn schon nicht wichtig, so doch teuer und enorm klimaschädigend (sowohl real als auch zwischenmenschlich). Das ist doch was.

191213 aus den Mobilitäts-News der NZZ: Preisanstieg für Lithium und Kobalt seit 2013: 200%

191213 Kritik an Klimabeschluss auf EU-Gipfel Der Beschluss zur Klimaneutralität in der Europäischen Union ab 2050 der EU-Staats- und -Regierungsspitzen in der Nacht auf heute in Brüssel geht den heimischen Grünen und Umweltorganisationen nicht weit genug. Auch dass Atomenergie in der Abschlusserklärung explizit als Teil nationaler Anstrengungen festgehalten wird, sorgt für Kritik. Österreich lehnt den Einsatz von Nuklearenergie strikt ab.                  Kommentar WO: Über den leidigen Nebeneffekt eines verstärkten Photovoltaik-Ausbaues wird nicht nachgedacht: bekanntlich gibt es in der Nacht keinen PV-Strom, die Sonnenscheindauer im Winter ist auch nur halb so lang wie im Sommer. Der Strombedarf der Wärmepumpen (extrem bei Luft-Wärmepumpen) ist leider auch im Winter am höchsten. Für jede größere PV Anlage braucht es „Not“-wendigerweise ein gleich leistungsfähiges Back-up-Kraftwerk. Und ein großer Teil des Ersatz-Stromes kommt heute leider aus ausländischen Kernkraftwerken und auch Kohlekraftwerken. Auch aus Tschechien. Li-Ionen Akku-Stationen sind sicher nicht die große Lösung dieses Problems, da sie erstens ganz erheblich klimaschädigend sind (Li-Gewinnung und Produktion), zweitens die Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung um die betroffenen Salare in Südamerika zerstören und drittens ganz schön brandgefährlich sind (aber nicht ganz so brandgefährlich wie die Akkus in den Autos). Pumpspeicherkraftwerke wurden aber als „böse“ deklariert. Eine verkehrte Welt.

191210 Klimaschutz: Schlechte Noten für Österreich Der Klimaschutzindex dreier NGOs hat mit den USA ein neues Schlusslicht. Ganz vorne steht – wie schon 2018 – Greta Thunbergs Heimat Schweden. Österreich rutschte indessen auf Platz 38 ab.                    Insgesamt 57 Staaten und die EU wurden beim am Dienstag auf der UNO-Klimakonferenz vorgestellten „Climate Change Performance Index“ (CCPI) auf ihr Engagement in Sachen Klimaschutz geprüft, rund 350 Klima- und Energieexperten entschieden dabei mit ihrer Bewertung das Ranking der Umweltschutzorganisationen Germanwatch, NewClimate Institute und Climate Action Network Europe.  Die Ränge eins bis drei wurden in dem Ranking nicht vergeben, da kein Land die Pariser Klimaziele erreichte. Relativ am besten schneiden Schweden, Dänemark und Marokko ab (Plätze vier bis sechs), ganz unten finden sich erstmals die USA.

191205 Neue Hilfen für klimafreundliches Heizen geplant Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Europa setzt die Europäische Kommission auf neue Hilfen zur Modernisierung von Häusern und Heizungen. Das kündigte der zuständige Vizepräsident Frans Timmermans heute in Brüssel an. Österreichs Finanzminister Eduard Müller sieht im „Green Deal“ indes grundsätzlich eine Chance, die es zu nutzen gelte. Kommentar WO: Die erkennbar weit bessere Reihenfolge wäre: 1. Häuser thermisch sanieren, 2. klimafreundliche Heizung und deren Anpassung an die geänderte Physik des Hauses, 3. Anpassung der Nutzunsgewohnheiten an die geänderte Physik. Diese Schritte finden sich auffällig am Beginn so vieler Energieratgeber-Broschüren von schwedischen Kommunen, aber nicht bei uns.

191203 UNO: Heißestes Jahrzehnt seit 1850 Die Jahre 2010 bis 2019 gehen nach Einschätzung der UNO wohl als das heißeste Jahrzehnt seit 1850 in die Geschichte ein.

191129 EZB soll als Vorreiter Klimakrise bekämpfen Die Europäische Zentralbank (EZB) sagt der Klimakrise den Kampf an. Kurz vor Beginn der Klimakonferenz am Montag in Madrid spricht sich deren Chefin Christine Lagarde laut „Financial Times“ dafür aus, in der strategischen EZB-Ausrichtung die negativen Auswirkungen des Klimawandels verstärkt zu behandeln. Lagarde will in dem erwarteten EZB-Bericht damit laut der Zeitung erreichen, dass das Thema Umwelt zu einem wesentlichen Bestandteil der internationalen Geldpolitik wird. Kommentar WO: Warum macht mich diese Meldung stutzig? Ahhh, weil mit Einsparungen und Investitionen in die Zukunft der Jungen sammelt sich mehr übrig gebliebenes Geld in gewissen Geldsäcken an.

191119 Lachgasemissionen steigen stark In den vergangenen zehn Jahren hat der Ausstoß von Lachgas, einem hochwirksamen Treibhausgas, schneller zugenommen als vom Weltklimarat IPCC geschätzt. Laut einer aktuellen Studie könnte die Stickstoffdüngung in der Landwirtschaft verantwortlich sein. Lachgas (Distickstoffmonoxid, N2O) ist nach Kohlendioxid (CO2) und Methan das drittwichtigste langlebige Treibhausgas. Zudem gilt es als eine der wichtigsten ozonabbauenden Substanzen in der Stratosphäre.

191118 Höchste Abholzungsrate im Amazonas seit elf Jahren Im Amazonas-Gebiet sind laut dem brasilianischen Institut für Weltraumforschung INPE zwischen August 2018 und Juli 2019 fast 10.000 Quadratkilometer Regenwald zerstört worden – eine Fläche von 1,4 Millionen Fußballfeldern. Die jährliche Abholzungsrate stieg im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent, was die höchste Rate seit dem Jahr 2008 darstelle, kritisierte die NGO Greenpeace heute. Kritik an Bolsonaro und EU: „Die neuen Abholzungszahlen sind ein vernichtendes Urteil für die Menschen vor Ort, die Tiere und für den Klimaschutz“, so Lukas Meus, Waldexperte bei Greenpeace Österreich. Auch die jüngsten Zahlen seien alarmierend: Von August bis Oktober 2019 sei eine Steigerung der Amazonas-Zerstörung um 100 Prozent gegenüber des Vergleichszeitraums im Jahr 2018 zu verzeichnen gewesen.

191115 EIB unterstützt ab 2022 keine Gasprojekte mehr    Die Europäische Investitionsbank (EIB) wird ab 2022 den Bau von traditioneller Infrastruktur für die Energieproduktion mit Erdgas nicht mehr unterstützen. Das habe der Verwaltungsrat der Bank nach langer Diskussion entschieden, sagte EIB-Vizepräsident Andrew McDowell gestern. Der Ausstieg aus der Unterstützung fossiler Brennstoffe kommt somit ein Jahr später als ursprünglich geplant.

191115 Sturmflutwarnung: Ein junger Mann steht auf einer Sandbank im Wattenmeer und weiss, dass er ertrinken muss: Die Flut kommt. Nicht weniger dramatisch ist die Situation für Millionen von Menschen in den Küstenstädten weltweit. 6000 Jahre lang war der Meeresspiegel konstant, bis 2100 wird er um ein bis zwei Meter steigen. In dem wertvollen Lebensraum Küste gerät alles aus den Fugen – für Mensch und Tier. Kaum ein Land bereitet sich adäquat vor, zu gigantisch erscheint die Aufgabe, wie meine Kollegin Anja Jardine eindrücklich beschreibt. Eine Ausnahme sind die Niederlande; ihr Küstenschutz erfolgt generalstabsmässig. Sie haben erkannt: Es ist höchste Zeit zurückzuweichen. Kommentar WO: Das ist die nahe Zukunft, unabhängig davon ob man vom Klimawandel überzeugt ist oder nicht.

191113 Die Gefahr lauert im Berg: Wie sich das Engadin gegen die Folgen des Klimawandels wappnet Der Klimawandel bringt den Permafrost in den Schweizer Bergen zum Schmelzen. Dadurch steigt das Risiko für Felsstürze und Schlammlawinen. In Bündner Orten geht man unterschiedlich mit der Bedrohung um.

191113 E-Autowracks: Brandgefährlicher Sondermüll Seit fünf Wochen steht in Walchsee das ausgebrannte Wrack eines Tesla. Niemand will sich die Finger daran verbrennen, den Wagen mit seiner unberechenbaren, 600 kg schweren Lithium-Ionen-Batterie zu entsorgen. Kommentar WO: jedes Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb hat auch einen solchen Li-Ionen Akku. Und da kommt noch die Brennbarkeit von Wasserstoff hinzu. Graz muss aber Wasserstoff haben (jaja, die kurz-gedankliche „Will-haben-Mentalität“), auch die Zillertalbahn wird auf Wasserstoffbetrieb umgestellt. Es ist sattsam bekannt, dass das Wort Risikoabschätzung keine Denkkategorie in der Politik ist. Ausbaden (finanziell) muss es sowieso der Steuerzahler.

191113 IEA: Für Klimaziele muss Energieverbrauch sinken Die derzeit geplanten Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen werden bei weitem nicht ausreichen, um die im Pariser Klimaschutzabkommen festgelegten Ziele zu erreichen. Zu diesem Schluss kommt die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem heute veröffentlichten „World Energy Outlook“. Im Gegenteil: Der Energieverbrauch und die Treibhausgas-Emissionen dürften sogar deutlich zunehmen.                                 Kommentar WO: „meine“ Reihenfolge: zuerst Energiesparmaßnahmen dort wo es am einfachsten ist: Heizenergie, siehe meine Selbstdarstellung im Bereich „Experten“. Wasserstoff mit Brennstoffzellen und Akku braucht 2 mal so viel Strom wie ein reines e-Auto. Die Schweden würden es uns zeigen: öffentliche Busse werden in ganz Südschweden (wo die Mehrheit wohnt) mit Bio-Methan aus Abfall versorgt. Diese Busse sind viel besser als nur 0-Emissionsfahrzeuge, sie sind Klimagaskiller, da jenes Methan benutzt wird, das bei feuchter Verrottung dieser Abfallstoffe immer entsteht und direkt in die Atmosphäre gelangt. Die Abfallsammlung ist darauf optimiert (da stinkt nix herum), die Biogasanlagen laufen wirtschaftlich, die Bevölkerung ist mehr als „einverstanden“. Das gibt es auch in Norwegen, in Berlin, in der Schweiz. Man kommt zum Schluss: unsere Politik scheint lernunwillig und verstockt zu sein. Manchmal wird man halt gallig.

191108 Ozonloch schließt sich deutlich früher Das Ozonloch über der Antarktis ist heuer so klein wie seit rund 30 Jahren nicht. Die maximale Ausdehnung des Ozonlochs betrug rund zehn Mio. Quadratkilometer. Wie die Europäische Weltraumorganisation (ESA) mitteilte, schließt es sich bald und damit deutlich früher als sonst.

191107 Neuseeland schreibt CO2-Neutralität gesetzlich fest Neuseeland hat das Ziel gesetzlich festgeschrieben, zur Erfüllung des Pariser Klimaabkommens bis 2050 CO2-Neutralität zu erreichen. Das Gesetz nahm heute im Parlament in Wellington die letzte Hürde, beide großen politischen Lager stimmten dafür. Es sieht vor, dass Neuseeland bis zur Mitte des Jahrhunderts mit Ausnahme von Methan gar keine Treibhausgase mehr produziert. Kommentar WO: Und dabei ist Methan ca 30 mal so klimaschädlich wie CO2. Ob da auch Lachgas berechnet wird bei dieser Hoch-Energie-Grünlandwirtschaft mit hohem Düngerbedarf (ein durchschnittlicher Landwirt hält 300 – 400 Kühe!!). In der Schweiz hat man das Ziel „Absenkung des Primärenergiebedarfes bis 2050 auf 1/3“ schon länger gesetzlich festgelegt (Zürich bereits 2006). Damit sind die Schweizer einsame Weltmeister.

191105 Klimaschutzbericht:  Beste Umsetzung erreicht nur halbes Ziel Die Pläne der meisten Staaten im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens reichen nicht aus, um die schneller werdende Erderhitzung zu bremsen. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Selbst wenn sämtliche Zusagen eingehalten werden, würde man nur die Hälfte der Pariser Ziele erreichen, heißt es darin.                                   „Die Zusagen sind schlicht viel zu wenig und zu spät“, kommentierte Koautor Robert Watson, der bis 2002 zum Vorstand des Weltklimarats gehörte, den Bericht. „Sogar wenn alle freiwilligen Klimazusagen voll umgesetzt werden, erreichen sie nur die Hälfte dessen, was notwendig ist, um die Beschleunigung des Klimawandels im nächsten Jahrzehnt zu begrenzen.“ Kommentar WO: und dazu gehört noch der brandaktuelle „weniger als minimal“-Plan Österreichs, siehe gestern.

191104 Scharfe Kritik an Klimaplan Wie von der EU gefordert, hat die Übergangsregierung Bierlein den nationalen Klimaplan zur CO2-Reduktion bis 2030 überarbeitet. Doch gibt es darin – auch bewusst – viele Lücken. Dafür gibt es scharfe Kritik von SPÖ, Grünen, NEOS und NGOs, sogar von einer „Bankrotterklärung“ ist die Rede.

191031 Brasilien: Brände wüten in weltgrößtem Sumpfgebiet Brasilien kämpft mit der nächsten Umweltkatastrophe: Im brasilianischen Pantanal, dem größten Sumpfgebiet der Welt, lodern die schlimmsten Brände seit Jahren. Die Lage in dem artenreichen Feuchtgebiet sei „kritisch“, warnte die Regierung des Bundesstaats Mato Grosso do Sul heute. Die Brände seien „gewaltig“, erklärte Paulo Barbosa de Souza vom Zentrum für Risikomanagement nach einem Überflug. Fast 50.000 Hektar seien betroffen. „Das Feuer zerstört Tausende Hektar“, teilte ein Sprecher des Bundesstaats mit. Ursache seien „Dürre und kriminelle Aktivitäten“ – vermutlich illegale Brandrodung. Wie im Amazonas-Gebiet wird auch das Pantanal durch Landnahme für Sojaanbau, Rinderweiden und Zuckerrohrplantagen bedroht.

191031 Insektenschwund durch Landwirtschaft Vor zwei Jahren machte eine Studie aus Deutschland erstmals auf den dramatischen Insektenschwund aufmerksam. Neue Daten bestätigen: Die Landwirtschaft bringt Insekten zunehmend in Bedrängnis, auf manchen Wiesen ist ihre Biomasse seit 2008 um ein Drittel geschrumpft. Kommentar WO weil es zusammenhängt mit den Klimawandel: Man müsste doch differenzieren. Der hier vorgestellte Insektenschwund ist eine Folge unseres gedankenlosen Konsumismus: Essen zum Schnäppchenpreis. Das ist der Hauptgrund für die industrielle Landwirtschaft. Wir wollen dann auch noch billige Steaks aus Südamerika. Ah ja, dann auch noch die Billigst-All-In-One-Urlaube. Früher gab es diese Artenveramung nicht. Die Bevölkerungszunahme in Österreich seit 50 Jahren ist moderat, die erforderlichen Lebensmittel könnten leicht mit nichtindustrieller Landwirtschaft produzieret werden. Und wir könnten weiter den Wert der Nahrung und der Arbeit gebührend schätzen.

191029 Neues Rechenmodell: Meeresspiegelanstieg bedroht 300 Millionen Hochwasser wird künftig weit mehr Menschen betreffen als bisher angenommen: Eine aktuelle Studie, basierend auf einem neuartigen Rechenmodell, korrigierte die Prognosen für 2050 auf 300 Millionen Menschen. Der Großteil der Betroffenen lebt in Asien.                       Kommentar WO: Es ist schon klar, dass Versicherer (=Finanzwirtschaft) und politisch (angeblich) Verantwortliche punktgenau entscheiden wollen. Das wird nur nicht so funktionieren: wir wissen „zwischen wenig bis nichts“ über die Kippeffekte (jeder Materialbruch ist so wie ein Kippeffekt: sie kommen rasch und meist nicht genau dann, wann man es vorausgesagt hat). Die wichtigsten heutigen Erkenntnisse sind, dass es einen Meeresspiegelanstieg gibt, dass er rascher abläuft als erhofft und dass die dadurch verursachte Migration einen lawinenartige Charakter haben wird. Es ist auch unerheblich, ob man Klimawandelskeptiker ist oder nicht, der Meeresspiegelanstieg findet trotzdem statt (messbar).

191027 WIFO-Chef in „Pressestunde“: „Kein Weg vorbei“ an CO2-Steuer Der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), Ökonom Christoph Badelt, hat sich am Sonntag in der ORF-„Pressestunde“ für eine Abkehr von „teils populistischen Zuspitzungen“ und mehr Sachdiskussionen bei den drängenden Fragen wie Pflege und Arbeitsmarkt ausgesprochen. Auch im Umweltbereich sieht er großen Handlungsbedarf. An einer CO2-Steuer etwa, so Badelt, werde „kein Weg vorbeiführen“.              Kommentar WO: sieh nach am 190528 In Schweden funktioniert die CO2-Steuer und am 190629 Nationalratswahl: Kurz: Eine Absage gab es für CO2-Steuern.

191025 Weltklimafonds sammelte fast zehn Mrd. Dollar ein Eine internationale Geberkonferenz hat für den Weltklimafonds rund 9,8 Milliarden US-Dollar (rund 8,8 Milliarden Euro) eingesammelt. Hauptgeber für die Arbeit des Fonds in den kommenden vier Jahren seien Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Japan und Schweden, teilte der Green Climate Fund (GCF) heute nach Abschluss seiner zweitägigen Konferenz in Paris mit. Zusammen beteiligten sich 27 Länder an der Wiederauffüllung, darunter auch Österreich, das 30 Millionen Euro beisteuerte. Der 2010 initiierte Fonds ist das zentrale Instrument der internationalen Klimafinanzierung. Er fördert Maßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu mindern und eine Anpassung an den Klimawandel zu ermöglichen. Kommentar WO: Und warum machen sich in mir die Gedanken breit: 1. das ist eine gute Maßnahme sich freizukaufen und 2. Wir schreiben den Ländern vor, was sie von uns kaufen müssen???????? Ich erinnere mich an die Bedingungen, die an Entwicklungshilfe geknüpft waren (z.B. teure und ungeeignete Medizin-Technik aus Europa kaufen statt bewährte und kostengünstigere Medizintechnik aus Japan). Wir werden vielleicht sehen.

191025 Und was, wenn das Klima kippt? Meereis, Eisschilde, Gletscher – alles schmilzt. Der Meeresspiegel wird weltweit ansteigen. Die Fragen lauten nur noch: Um wie viel? Wie schnell? Allein in der Arktis droht mehreren Elementen des Klimasystems «Organversagen». Ein Besuch am Rande des Packeises.

191024 Ölriesen gaben seit 2010 250 Mio. für EU-Lobbyarbeit aus Die fünf größten Erdölkonzerne und Branchenverbände haben einer Untersuchung zufolge seit 2010 mehr als 250 Millionen Euro für Lobbyarbeit bei der Europäischen Union ausgegeben. BP, Chevron, ExxonMobil, Shell und Total hätten in diesem Zeitraum 123,3 Millionen Euro in Lobbyingtätigkeiten investiert, heißt es in einem heute vorgestellten Bericht mehrerer Umweltschutzgruppen.  Kommentar WO: Ein Schelm, der Böses dabei denkt? Und wieviel hat die Fahrzeugindustrie in Lobbying „investiert“? Die Mogel-Elektroniken wurden auch deshalb möglich, weil die Fahrzeugindustrie die Mess-Prozeduren mit allen Ausnahmeregeln festgelegt hatte. Die Politiker durften dann über „Grenzwerte“ diskutieren und waren zufrieden. Wie sagt man dazu: „Die Kuh war vom Eis“.

191023 Klimakrise heizt laut Studie Konflikte weiter an Die Klimakrise erschwert einer Studie zufolge Friedensbemühungen in Konfliktregionen – und kann Konflikte noch verstärken. Zu diesem Schluss kamen Expertinnen und Experten des internationalen Friedensforschungsinstituts SIPRI in Stockholm, die den Einfluss des Klimawandels auf die Friedensbemühungen der UNO-Unterstützungsmission im Bürgerkriegsland Somalia (UNSOM) untersuchten. Kommentar WO: und das nicht nur in Somalia. Vielleicht sind noch die mörderischen Fehden im Südsudan in Erinnerung. Dabei ging es um Vieh und Weidegründe.

191022 Permafrost: CO2-Bilanz vermutlich bereits negativ Die durch die Klimaerwärmung zunehmend tauenden Permafrostböden in nördlichen Breiten dürften laut einer großangelegten Überblicksstudie mittlerweile im Winter mehr CO2 freisetzen, als ihre Vegetation im Sommer aufnehmen kann. Geht die Entwicklung ungebremst weiter, wären die CO2-Emissionen im Winter im Jahr 2100 nochmals um 41 Prozent höher, heißt es im Fachblatt „Nature Climate Change“.

191022 Hilft Aufforstung gegen Erderwärmung? Der Klimawandel kann durch nichts so effektiv bekämpft werden wie durch Aufforstung – dieses im Sommer veröffentlichte Studienergebnis stößt auf Kritik anderer Forscher. Das Potenzial sei dramatisch überbewertet, heißt es in einer Stellungnahme Die Erde könne ein Drittel mehr Wälder vertragen, ohne dass Städte oder Agrarflächen beeinträchtigt würden, hatten Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich im Sommer in „Science“ geschrieben. Bäume zu pflanzen habe das Potenzial, zwei Drittel der bisher von Menschen verursachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufnehmen. Die neuen Wälder könnten demnach 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern, wenn sie herangewachsen sind – etwa zwei Drittel der 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die seit der Industriellen Revolution durch den Menschen in die Atmosphäre gelangten.

Das Pflanzen von Bäumen an falschen Orten könne sogar Ökosysteme zerstören, die Intensität von Waldbränden erhöhen und die globale Erwärmung verschärfen, erläutern Forscher um Vicky Temperton von der Leuphana Universität Lüneburg und Joseph Veldman von der Texas A&M University in den USA in einer aktuellen Stellungnahme im Fachmagazin „Science“. Auch Forscher zahlreicher anderer Universitäten und Institute wie etwa der LMU München, der Uni Bonn und des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg äußern sich dort kritisch zu der Studie.

191022 Künstliches Blatt für Biotreibstoff Einen Prototyp für ein künstliches Blatt haben österreichische Forscher in England entwickelt. Wie bei der Photosynthese kann damit aus Kohlendioxid, Wasser und Sonnenlicht Energie produziert werden – und damit vielleicht einmal ein Biotreibstoff. Eine Zusammenfassung ist hier. Noch ist die Effizienz des „künstlichen Blatts“ bescheiden: „Diese bemisst sich aus der Energie des einfallenden Sonnenlichts und der im Syngas gespeicherten Energie – und da sind wir noch deutlich unter einem Prozent“, sagte Reisner. Für Anwendungen müsste man nach Ansicht des Wissenschaftlers in einen Effizienz-Bereich von mindestens fünf bis zehn Prozent kommen. Auch die Haltbarkeit ist vor allem aufgrund der empfindlichen Perowskite eingeschränkt und liegt derzeit bei ein paar Tagen. Beide Beschränkungen machen das System noch nicht kompetitiv, „aber es funktioniert und ich bin sehr zuversichtlich. Es gibt einige Möglichkeiten, das effizienter und stabiler zu machen.“ Kommentar WO: da ist noch ein weiter Weg zu gehen. Und: wird diese Gruppe ein Brexit-Verlierer sein? Wenn ja: Andere werden weitermachen.

191018 Studie: Parkpickerl führt zu mehr Kurzfahrten Die Einführung des Parkpickerls in Währing und Favoriten hat Wirkung gezeigt. Es gibt mehr freie Parkplätze und weniger Pendlerverkehr. Doch eine neue Studie der Stadt zeigt auch: Mehr Menschen aus den Bezirken nutzen für kürzere Fahrten wieder das Auto.

191016 Großküchen wollen Lebensmittelmüll reduzieren Im Schnitt landet in Betriebsrestaurants, Spitälern und Pflegeheimen ein Fünftel aller ausgegebenen Speisen im Müll – anfallende Reste bei der Zubereitung schon herausgerechnet. Das soll sich nun ändern. Anlässlich des Welternährungstages beteiligen sich 58 Wiener Großküchen an der österreichweiten Aktion „Nix übrig für Verschwendung“. Mit speziellen Maßnahmen sollen Lebensmittelabfälle reduziert werden. Rund 13.000 Tonnen an weggeworfenen Zutaten kommen in den Wiener Großküchen pro Jahr zusammen, sagte Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Mittwoch. Das entspreche 500 voll beladenen Müllsammelfahrzeugen: „Wir kennen das ja alle von zu Hause. Man kauft einen Dreierpack, lagert das im Kühlschrank, und Wochen später landet es im Mistkübel.“ In Großbetrieben falle das natürlich noch viel mehr ins Gewicht, wobei bei den seit 2017 teilnehmenden Standorten das Aufkommen bereits um 22 Prozent reduziert werden konnte.

191016 Klimakrise verschärft weltweiten Hunger Die Caritas Österreich hat anlässlich des Welternährungstages am Mittwoch vor den Auswirkungen der Klimakrise auf den weltweiten Hunger gewarnt. „Die Folgen der Klimakrise treffen Menschen in den ärmsten Regionen der Welt am härtesten“, erläuterte Caritas-Präsident Michael Landau am Sonntag in einer Aussendung. Frauen, kleinbäuerliche Familien, Kinder, die von dem leben müssten, das sie selbst anbauen, seien den veränderten Umweltbedingungen unmittelbar ausgesetzt.  Kommentar WO: Es gibt auch Schätzungen, wonach aktuell ca 70% der Migranten nicht wegen Krieg und Terror auf dem Weg sind, sondern wegen des Klimawandels.

191015 Schweden als Vorbild für Mobilität und Energie „Wir stehen vor einem großen Umbruch in der Mobilität“ – das haben mehrere oberösterreichische Politiker und Vertreter aus der Verkehrs- und Energiesparte bei ihrem derzeitigen Besuch in Schweden mehrfach gehört. Kommentar WO: die bereits großflächige Nutzung von Bio-Methan in den öffentlichen Bussen wird nicht beachtet. Diese Nutzung verwendet jenes Methan, das sonst bei feuchter Verrottung  als natürliches „Stoffwechselprodukt“ an die Atmosphäre abgegeben wird. Diese Busse sind besser als nur CO2-neutral und „emissionsfrei“: sie sind echte Klimagaskiller.

191015 Der Klimawandel rüttelt Kanada auf Die globale Erwärmung dominiert den kanadischen Wahlkampf wie kaum ein anderes Thema. Vor allem in British Columbia, das dieses Jahr Königsmacher werden könnte, sind die Menschen mit der Regierung Trudeau unzufrieden.

191015 NGOs kündigen wegen CO2 Klage an Österreich hat laut Klimaschutzbericht 2017 die EU-Höchstwerte an Treibhausgasemissionen (THG) um rund 2,1 Millionen Tonnen überschritten. Laut Klimaschutz- sowie Finanzausgleichsgesetz wären nach Bekanntwerden im Jänner binnen sechs Monaten Sofortmaßnahmen zu veranlassen gewesen, was laut Greenpeace und Ökobüro nicht geschehen sei. Das wollen sie nun auf dem Rechtsweg einklagen, hieß es heute. Kommentar WO: die aus dem Nichteinhalten der Klimaziele resultierenden Strafzahlungen an die EU zahlen die Bürger und nicht die „verantwortlichen“ Politiker.

191014 UNO: Weltweit gehen 14 Prozent der Lebensmittel verloren Weltweit gehen laut einem UNO-Bericht 14 Prozent der Lebensmittel verloren, bevor sie überhaupt im Handel landen. Verluste zu verhindern würde das globale Wirtschaftswachstum und die Produktivität fördern sowie den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen reduzieren, heißt es in einem Bericht, den die UNO-Ernährungs- und -Agrarorganisation (FAO) heute in Rom vorstellte. Kommentar WO: Achtung: dies hat noch nichts mit der Verschwendung zu tun, die ist bei uns noch viel größer.

191007 „Spiegel“: Deutschland schwächt Klimaschutzgesetz ab Das Klimaschutzgesetz der deutschen Bundesregierung ist laut einem Medienbericht im Vergleich zu früheren Plänen deutlich abgeschwächt worden. Das meldete das Portal Spiegel Online gestern unter Verweis auf den finalen Entwurf aus dem Umweltministerium, den die Regierung am Mittwoch zusammen mit der Langfassung ihres Klimapakets verabschieden will.  Kommentar WO: Politiker-Gedanken ahnend: „Wenn das die Deutschen können, dann machen wir das noch besser.“ Und die passende Karikatur dazu (sieht wie Minister Altmeier aus):

191006 DE: Geisterstrom: 364 Millionen Euro fürs Nichtstun Schleppender Ausbau, überlastete Netze: Im ersten Quartal 2019 zahlte die Bundesnetzagentur rund 364 Millionen Euro an Betreiber von Windkraftanlagen – für Strom, der nie produziert wurde. Das Phänomen „Geisterstrom“ belegt die Probleme der deutschen Energiewende.  Kommentar WO: Wir erinnern uns auch an das hochgepriesene Projekt „desertec“: Strom aus Gebieten in und um die Sahara. Nachdem die Förderungen aus Deutschland kassiert waren, wurde desertec in den Konkurs geschickt. Wer nur einmal einen Sandsturm von 10 Min in der Sahara erlebt hat, der weiß, wie Glasflächen danach ausschauen. Hohlspiegeln geht es nicht besser. In diesen Gegenden sind „Wartung“ und „Kontrolle“ leider nur leere Worthülsen. Was blieb sind zumindest ein paar Windkraftanlagen bei Tanger (Tunesien).

191005 Greta Thunberg kontert nach Donald Trump auch Wladimir Putin Greta Thunberg reagiert auf die Kritik von Wladimir Putin ebenso schlagfertig wie zuvor auf den Sarkasmus von Donald Trump. Greta Thunberg weiß, was sie will. Die Schwedin ist im zarten Alter von 16 Jahren in einem höllischen Tempo zu einer der bedeutendsten Figuren der Gegenwart aufgestiegen. Was ihren Nachrichtenwert angeht, nimmt sie es mit den mächtigsten Männern der Welt auf – und tritt ihnen im Namen des Klimas auf die Füße. Thunberg zwingt Trump und Putin in den Ring US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin gehören zu den mächtigsten Männern der Welt. Mit einem 16-jährigen Mädchen würden sie sich normalerweise nicht auseinandersetzen, doch Thunberg zwingt sie, ihr zuzuhören. Entgegen seines sonstigen Umgangstons beschrieb Trump Thunberg als Person ungewöhnlich sanft, quasi großväterlich, bezeichnete sie über Twitter als „ein sehr glückliches junges Mädchen, das sich auf eine strahlende und wunderbare Zukunft freut.“ Thunberg fühlte sich von Trump nicht ernst genommen und reagierte auf dessen Sarkasmus auf ihre Art: Sie nahm Trumps Umschreibung ihrer Person in ihr Twitter-Profil auf.

191003 Erde enthält 1,85 Trillionen Tonnen Kohlenstoff = 1.850.000.000.000.000.000 t Wie viel Kohlenstoff ist in der Erde? Zehn Jahre lang haben sich mehr als 1.000 Forscher an dieser Frage abgearbeitet: Ihre Bilanz zeigt, wie gigantisch das Kohlenstoffvorkommen im Erdinneren ist – und wie schnell das Klima ins Kippen gerät.                           Kommentar WO: lies nach in der digitalen Bibliothek

191001 Riesiger Eisberg brach in Antarktis vom ewigen Eis ab Am Südpol ist ein riesiger Eisberg mit einer Fläche von 1.636 Quadratkilometern abgebrochen – etwa so groß wie das gesamte Stadtgebiet von London. Der Berg löste sich vergangene Woche im Osten der Antarktis vom sogenannten Amery-Schelfeis, einer Fläche mit ewigem Eis, wie die australische Antarktis-Agentur AAD heute mitteilte.

190930 Wie all das Plastik ins Meer gelangt Selbst in entlegensten Regionen der Weltmeere findet sich Plastikmüll. Das meiste davon stammt von Land, glaubte man: Doch tatsächlich wird wohl ein beträchtlicher Anteil von Schiffen ins Meer gekippt – und zwar illegal. Vor allem Einwegflaschen Also haben sie nun den Plastikmüll auf einer solchen einsamen und abgelegenen Insel genauer unter die Lupe genommen, nämlich auf Inaccessible Island im zentralen Südatlantik. Dazu untersuchten sie angeschwemmten Plastikmüll aus dem Jahr 2009 (3.515 Teile) und von 2018 (8.084 Teile) und verglichen diese mit Zählungen aus den 1980er Jahren. Besonders die Überreste eines bestimmten Produkts nahmen seitdem am meisten zu: PET-Flaschen für Getränke (meist Wasser oder Softdrinks). Die Menge wuchs seit 1980 jährlich um fast 15 Prozent (der gesamte Plastikmüll um sieben Prozent). Das ist wenig überraschend, immerhin werden jährlich (2016) weltweit ca. 480 Milliarden PET-Flaschen verkauft. Illegale Entsorgung Warum aber landen so viele chinesische Flaschen auf der weit entfernten südatlantischen Insel? Mit Handel könne das nicht erklärt werden, schreiben die Forscher. Weder nach Südamerika noch nach Afrika werde sehr viel chinesisches Wasser exportiert. Außerdem findet sich auf den neueren PET-Flaschen asiatischen Ursprungs kaum Muschelbewuchs – ein Zeichen dafür, dass sie nicht sehr lange im Wasser gewesen sein können. Das alles lasse nur einen Schluss zu, schreiben die Autoren: Die Flaschen stammen von Handelsschiffen, die ihren Müll im Meer entsorgen – illegalerweise, denn eigentlich ist die Entsorgung von Plastikmüll auf hoher See seit 1989 auf Basis eines internationalen Abkommens (MARPOL) verboten. Die Studie dazu: Rapid increase in Asian bottles in the South Atlantic Ocean indicates major debris inputs from ships

190928 Weniger Verkehr: Barcelonas Superblöcke verlängern Leben Die Reduktion des Autoverkehrs kann das Leben von Bewohnern und Bewohnerinnen in Großstädten verbessern und verlängern, zeigt eine neue Studie. Würde Barcelona etwa alle seine 503 geplanten, verkehrsreduzierten Superblöcke umsetzen, könnten damit Hunderte vorzeitige Tode verhindert werden. Die anfänglich umstrittene Idee macht bereits Schule. Kommentar WO: ein überraschendes Studenergebnis. Erinnert irgendwie an die schon älteren Wohn-Grossanlagen Wiens. Ob da wohl Alles bedacht wurde?

190927 CO2-Vergleiche, die verblüffen Wo verbirgt sich die größte CO2-Schleuder? Die Antwort ist wohl für jeden ernüchternd, der gerne im Netz surft – denn allein der Stromverbrauch des Internets verursacht so viel Kohlendioxid wie der weltweite Flugverkehr.  Kommentar WO: wenn man nur CO2 betrachtet, dann mag das wohl so sein. Die größten Serverfarmen in den USA werden mit Kohlestrom „gefüttert“. Wenn aber die Stickoxide dazu gerechnet werden (von den Fliegern über das Wettergeschehen transportiert und daher nicht von Regen ausgewaschen, sieh nach in der digitalen Bibliothek), dann kann ich das nicht glauben. Trotzdem verblüffend.

190927 Klimakrise Protest von Cagliari bis Kathmandu Zum Abschluss einer internationalen Streikwoche haben am Freitag abermals Hunderttausende Menschen für mehr Klimaschutz protestiert. Besonders hoch war die Mobilisierung in Italien: Über eine Million Menschen ging auf die Straße. Auch in Österreich gab es eine Rekordbeteiligung. Kommentar WO: es gäbe keine derartige Bewegung ohne Greta und in Österreich ohne die freitätigen Schülerdemos.

190927 Klimawandel lässt Alpen rascher zerbröseln Die ständige Temperaturzunahme durch den Klimawandel lässt seit Jahren den Permafrost im Hochgebirge tauen. In der Folge nimmt die Zahl der Felsstürze dramatisch zu, das beobachten Forscher des Sonnblick-Observatoriums in Rauris (Pinzgau). Kommentar WO: Wir erinnern uns an den dramatischen Felssturz 2017 mit 3 Millionen m³ Gestein im Bergell (Schweiz), bei dem 8 Bergwanderer zu Tode kamen (die Leichen sind unauffindbar).

190926 Wir haben den Planeten mit seinem stabilen, milden Klima in ein neues Erdzeitalter geführt: das Anthropozän Schon einmal hat der Chemienobelpreisträger Paul Crutzen uns vor einer Katastrophe bewahrt. Er entschlüsselte die Chemie, die zum Ozonloch führte. Jetzt steht die Menschheit vor grösseren Problemen.

190922 Alarmierender Klimabericht: Erderwärmung schreitet zügig voran 24 Stunden vor dem UNO-Klimagipfel in New York haben Fachleute der Weltwetterorganisation (WMO) am Sonntag einen neuen alarmierenden Bericht zur Klimakrise vorgelegt. Die Jahre von 2015 bis 2019 dürften nach vorläufigen Berechnungen die heißeste Fünfjahresperiode seit Beginn der Messungen vor rund 150 Jahren gewesen sein, heißt es darin.

190913 Klimaschutz: Referenten fordern verschärfte Maßnahmen Im Wiener Rathaus haben sich heute die Klimaschutzreferentinnen und -referenten der Bundesländer zu einer außerordentlichen Tagung getroffen, um gemeinsam mit Vertretern des Bundes und der Wissenschaft über Klimaschutzmaßnahmen zu diskutieren. Einstimmig wurden dabei zwei Resolutionen beschlossen, in denen diesbezüglich Handlungsbedarf artikuliert wurde. Dieser bestehe sehr akut, hieß es. „FridaysForFuture“ bat Kandidaten zur „Klimaprüfung“ „FridaysForFuture“ hat unterdessen in der TU Wien die Spitzenkandidaten und Spitzenkandidatinnen für die Nationalratswahl bzw. Vertreter und Vertreterinnen der Parteien zur „Klimaprüfung“ durch Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen antreten lassen. Am besten bewerteten die Experten dabei die Wahl- und Parteiprogramme von Grünen und NEOS, die ehemaligen Regierungsparteien ÖVP und FPÖ fuhren schlechtere Noten ein. Kommentar WO: Warum bin ich nicht verwundert? Die Reaktion der betroffenene Politiker wird sein: „Alles falsch, wir wollen immer nur das Beste.“

190913 Eisfläche der Arktis stark geschrumpft Die von Meereis bedeckte Fläche in der Arktis ist so klein wie seit sieben Jahren nicht mehr. Nur noch rund 3,9 Millionen Quadratkilometer des Arktischen Ozeans seien zum Ende der Schmelzperiode mit Meereis bedeckt, teilte das deutsche Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven heute mit. So sank das jährliche Minimum erst zum zweiten Mal seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979 unter vier Millionen Quadratkilometer.

190909 Waldvernichtung in Brasilien in einem Jahr fast verdoppelt Die Vernichtung der Regenwälder im brasilianischen Amazonas-Gebiet hat sich nach Behördenangaben binnen eines Jahres nahezu verdoppelt. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden bereits 6.404 Quadratkilometer Wald zerstört, wie das brasilianische Institut für Weltraumforschung (INPE) gestern mitteilte. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 3.367 Quadratkilometer. Das bedeutet einen Anstieg um 91,9 Prozent.

190907 Amazonas-Schutz Südamerikanischer Pakt als Signal an Kritiker Die anhaltenden verheerenden Waldbrände im Amazonas-Gebiet haben für internationale Kritik gesorgt. In der Nacht auf Samstag reagierten sieben südamerikanische Länder nun auf die Vorwürfe, sie würden nicht genug für die Region tun. Mit einem Pakt verpflichteten sie sich, den Regenwald besser zu schützen. Neben konkreten Maßnahmen ist das Abkommen wohl auch ein Signal für die internationalen Kritiker. aber: Bolsonaro nominierte erst tags zuvor einen neuen Generalstaatsanwalt, der in Klimafragen die gleiche umstrittene Linie verfolgt wie der Staatschef. „Ich habe soeben Augusto Aras nominiert“, erklärte Bolsonaro gestern in Brasilia. Er setzte sich damit über die Empfehlungen der Nationalen Vereinigung der Staatsanwälte (ANPR) hinweg, die für den Posten eine Liste mit drei Namen vorgelegt hatte. Aras stand nicht auf dieser Liste. Er habe mit Aras bereits über die Frage des Umweltschutzes gesprochen, erklärte der Präsident. Es gehe „um den Respekt der Agrarproduzenten und auch um die Ehe zwischen der Umwelt und den Produzenten“. Kommentar WO: man darf daraus schließen, dass Bolsonaro weiter auf Ausbeutung und damit Zerstörung des Regenwaldes und der Ausrottung der dortigen Urbevölkerung aus ist.

190905 Grüner heißt nicht überall kühler In Städten staut sich die Hitze. Grünflächen haben kühlende Wirkung, allerdings hängt die Wirkung dieser grünen Klimaanlage stark vom regionalen Klima ab, berichten Forscher und Forscherinnen.

190829 Vans und Timberland: Kein Leder mehr aus Brasilien Der US-Konzern VF mit seinen bekannten Modemarken Timberland, Vans und The North Face will angesichts der Vernichtung des Regenwalds kein Leder mehr in Brasilien kaufen. Die Geschäfte würden erst dann wieder aufgenommen, „wenn wir das Vertrauen und die Zusicherung haben, dass die in unseren Produkten verwendeten Materialien keine Umweltschäden in dem Land anrichten“, teilte das börsennotierte Unternehmen heute mit.

190829 USA: Lockerung von Regeln zu Methanausstoß US-Präsident Donald Trump treibt die Rücknahme der Umweltschutzpolitik seines Vorgängers Barack Obama weiter voran. Die Umweltbehörde EPA wollte Regierungskreisen zufolge noch heute eine Lockerung von Regeln zum Methanausstoß bei der Öl- und Gasförderung ankündigen. Keine andere Branche allein produziert so viel von dem Gas, das Wissenschaftler als einen Hauptfaktor der Erderwärmung ausgemacht haben. Es wird erwartet, dass es bei der Öl- und Gasförderung in den USA künftig gar keine gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgrenzen mehr für Methanemissionen geben wird. Kommentar WO: die EPA war eine aktive und wirkungsvolle US-Behörde, die die KFZ-Emissionsgesetze national bestimmt hat und weltweit beispielhaft und motivierend war (die EU is dagegen „a Lapperl“). Donald Trump hat sie erfolgreich „kastriert“.

190829 Meeresspiegelanstieg macht Millionen zu Flüchtlingen Der Weltklimarat IPCC rechnet bei einer Erderwärmung von höchstens zwei Grad Celsius mit 280 Millionen Flüchtlingen wegen steigender Meeresspiegel. Das geht aus einem Entwurf eines Sonderberichts über die Ozeane und die weltweiten Eisvorkommen hervor, der heute vorgestellt wurde. Kommentar WO: Da sind die Wirtschftsmigranten, welche durch unfaire Praktiken der entwickelten Staaten erzeugt werden, noch gar nicht mitgerechnet. Merke: der IWF erzeugt in kurzer Zeit mehr Tote als viele Kriege. Verdrängte Realität. Lieber ORF, da war höchstwahrscheinlich sprachliche Schludrigkeit am Werk. Müsste es nicht so heißen: “ Der Weltklimarat IPCC rechnet bei einer Erderwärmung von nur zwei Grad Celsius mit 280 Millionen Flüchtlingen wegen steigender Meeresspiegel.“ Ich kann mir bei allem Optimismus nicht vorstellen, dass der IPCC 2°C als maximalen Temperaturanstieg vermutet. Der Text wurde nach einer Info von mir an die ORF-Redaktion geändert.

190829 Weg frei für Klimavolksbegehren Das Klimavolksbegehren hat die erste Hürde genommen: Innerhalb von 24 Stunden haben 8.401 Menschen das Anliegen unterstützt. Damit ist bereits jene Zahl der Unterschriften erreicht, um das Klimavolksbegehren im Innenministerium einreichen zu können. Kommentar WO: „Das Volk darf wollen was es will, das Parlament bestimmt“. Österreichs Realdemokratie. Andere Länder können das besser.

190829 Fleischkonsum im Vorjahr leicht gestiegen Der Fleischverbrauch ist im Vorjahr leicht gestiegen. Wurden 2017 noch 63,6 Kilo pro Person konsumiert, waren es im Vorjahr 64,1 Kilo, dazu kommen noch 31,9 Kilogramm als Knochen und Tiernahrung. Bei Wild, Lamm und Innereien gab es Plus von 5,4 Prozent allerdings wurden im Vorjahr nur 1,8 Kilo verzehrt. Bei Geflügel legte der Verzehr um 2,4 Prozent auf 12,9 Kilo zu. Kommentar WO: Siehe auch den Beitrag in der digitalen Bibliothek „Nahrung und Klimabelastung „.

190829 Klimaexperte: Airpower „Luxusemissionen“ Die Symbolwirkung der Flugshow sei verheerend, so Gottfried Kirchengast, der Leiter des Wegener-Instituts für Klima und Globalen Wandel an der Universität Graz. 2.000 Tonnen CO2: Nach Angaben des Bundesheeres werden bei der Airpower 150.000 Liter Kerosin verbrannt – das entspricht 414 Tonnen CO2-Emissionen; dazu kommen geschätzt noch mehr als 1.500 Tonnen CO2-Emissionen, die die An- und Abreise der erwarteten 300.000 Besucher verursacht. In Summe sind das 2.000 Tonnen CO2 – so viel, wie 2.000 Fluggäste von Wien nach New York verursachen. Für Klimaforscher Kirchengast stellt sich die Frage: „Soll sich ein Land, das derzeit noch immer flächig in einem gewissen Klimapolitikversagen drinsteckt – es ist uns in Österreich ja weiterhin noch nicht gelungen, wirklich strukturell unsere Emissionen abzubauen – diese Art von Luxusemissionen leisten?“ gallige Antwort an Prof Kirchengast von WO: Sehr geehrter Herr Prof Kirchengast, wäre ich hier wahlberechtigt, dann könnte ich sagen: „Wir Wähler werden gezwungen, dass wir uns das leisten. Wir leisten uns schließlich auch solche Regierungen (Bund und Land), die uns dazu zwingen“. Es erhebt sich die Frage, was hätte die Regierung alles an Sinnvollem kaufen können (das Geld ginge genau so in die Wirtschaft) und hätten trotzdem keinen Klimaschaden angerichtet?“ Ok, die Frage ist fiktiv.

190829 FPÖ schlägt Prämie für Autokäufe vor Die FPÖ will den Kauf neuer Autos durch eine Prämie fördern. Das soll dem Klimaschutz dienen, so FPÖ-Chef Norbert Hofer in Ö3. Alte, umweltschädliche Autos sollen auf diesem Weg aus dem Verkehr gezogen werden. Kommentar WO: Volksmund: „knapp vorbei ist auch daneben“. Real: „weit vorbei aber auch“. Wieviele fallen darauf herein und merken nicht, dass das Geld dafür aus ihren Taschen stammt? Man könnte sagen: eine anti-intelligente Lösung.

190828 Die Schweiz soll klimaneutral werden – aber wie? Der Bundesrat geht forsch voran und verschärft die offiziellen Vorgaben für den Klimaschutz. Über den Weg dorthin schweigt sich die Landesregierung aber noch aus. Eine Vorahnung gibt die Gletscherinitiative. Das heisst, die Einwohner und Firmen im Land sollen unter dem Strich keine Treibhausgase wie CO2, Stickoxid oder Methan mehr ausstossen. Der Bundesrat hält eine Reduktion um 95 Prozent für möglich. Den Rest will er kompensieren, wobei er ausser an die «natürlichen Speicher» wie die Wälder auch an neue Technologien denkt, die Treibhausgase speichern. Kommentar WO: Das Ziel war schon länger fixiert (mit Zustimmung des Volkes). Jetzt werden Maßnahmen festgehakt. Unsere Regierung dagegen wird wieder nur wollen (auch die FPÖ, die Neuautos mit jeglicher Antriebstechnik fördern lassen will, siehe den morgigen Beitrag). Österreich hat sich (freiwillig) so ca 15 Jahre hinter der Schweiz positioniert.

190828 Klimawandel: Mehr Hochwasser zu erwarten Wegen der Klimaerwärmung treten Flüsse nicht nur öfter über die Ufer, auch das Ausmaß der Hochwasser nimmt zu – das zeigt eine aktuelle Studie unter österreichischer Leitung. Betroffen sind einige Regionen Europas, darunter auch Österreich. Wenn Flüsse über die Ufer treten, führt das zu gewaltigen Schäden. Weltweit entstehen dadurch jedes Jahr Kosten von mehr als 100 Milliarden Dollar. Und die Flüsse steigen zumindest in einigen Regionen Europas öfter und weiter an, wie eine internationale Studie zeigt, die soeben im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht wurde. Mehr Hochwasser von Island bis Österreich Die Studienergebnisse belegen, dass der Klimawandel einen eindeutigen Einfluss auf Vorkommen und Intensität von Hochwassern habe, sagt der Studienleiter Günter Blöschl, Vorstand des Instituts für Ingenieurhydrologie und Wassermengenwirtschaft der Technischen Universität Wien. „Vor allem im Nordwesten Europas werden Hochwasser in den nächsten Jahren zunehmen“, so Blöschl gegenüber science.ORF.at.

190828 Trump will Regenwälder in Alaska abholzen lassen Während die Waldbrände im Amazonas-Gebiet für weltweiten Alarm sorgen, fasst US-Präsident Donald Trump offenbar die großflächige Abholzung von Regenwäldern in Alaska ins Auge. Wie die „Washington Post“ berichtete, hat Trump seinen Landwirtschaftsminister Sonny Perdue angewiesen, Restriktionen für die Forstwirtschaft im Tongass National Forest aufzuheben.

190828 Linzer Chemiker verwandeln CO2 in Alkohol Linzer Chemiker haben ein elektrochemisches Verfahren entwickelt, mit dem sich effizient Alkohol aus Kohlendioxid (CO2) herstellen lässt. Sie nutzen dazu einen neuen, auf Kobalt basierenden Katalysator.        Kommentar WO:     die ETH Zürich war früher damit fertig, siehe Meldung vom 190729 . Wie heißt es so treffend: der frühe Vogel fängt den Wurm.

190828 7:50 Greta segelt auf NY zu. Kommentar WO: Not-wendig war diese Reise gewiss nicht

190628 Zweitwärmster Sommer seit 1767 Der diesjährige Sommer war der zweitwärmste in Österreich seit Messbeginn im Jahr 1767. Mit 2,7 Grad über dem Mittel liegt er damit nur knapp hinter dem Rekord aus dem Jahr 2003. Das geht aus der aktuellen Bilanz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hervor. Auch in den kommenden Tagen wird es wieder heiß.

190826 Stadt-Krähen haben hohen Cholesterinspiegel Fast Food statt Früchte und Samen: Städte bieten für Krähen reichhaltiges Nahrungsangebot. Doch die üppige Diät bleibt nicht ohne Folgen, wie eine Biologin herausgefunden hat. Kommentar WO: es hat nicht direkt mit Klimawandel zu tun, sondern mit unseren „ver-fast-food-eten“ Nahrungsgewohnheiten. Und somit indirekt mit Klimabeeinflussung.

190826 Verdacht am Amazonas Regenwaldbrände sollten Bolsonaro helfen Angesichts der verheerenden Brände im Amazonas-Gebiet ermittelt die Polizei nun gegen die Organisatoren des „Tages des Feuers“. Möglicherweise wurden Brände gelegt, um Brasiliens rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro zu unterstützen. „Kriminelle Brandstiftung im Amazonas-Gebiet wird hart bestraft“, twitterte Justizminister Sergio Moro am Sonntag. Zuvor hatte die Zeitschrift „Globo Rural“ berichtet, dass sich im Bundesstaat Para zuletzt über 70 Personen in einer WhatsApp-Gruppe dazu verabredet hatten, große Flächen entlang der Landstraße BR-163 in Brand zu stecken. „Die Bundespolizei wird den Fall mit ihrer Expertise aufklären“, schrieb Moro weiter. Ziel der koordinierten Aktion war laut „Globo Rural“, Bolsonaro bei seinem Plan zu unterstützen, die Umweltkontrollen zu lockern, hieß es in dem Bericht. Nach Einschätzung von Naturschutzorganisationen werden die meisten Brände von Großgrundbesitzern oder Farmern gelegt, um neue Weideflächen für ihr Vieh zu schaffen.

190825 Waldbrände Riesige Zerstörung am Amazonas Die Brände am Amazonas haben mittlerweile riesige Waldflächen vernichtet. Allein in Bolivien sind fast 1.000 Quadratkilometer Regenwald zerstört, hieß es am Wochenende. Im Norden Brasiliens brachen in den letzten Tagen Hunderte neue Feuer aus. Die Waldfläche, die in den letzten Tagen niederbrannte, umfasse zumindest 950.000 Hektar, 950 Quadratkilometer, wie die bolivianische Forstverwaltung am Samstag (Ortszeit) mitteilte. Die Fläche entspricht in etwa der Kärntens. Ein Drittel des geschützten Chiquitano-Waldes sei vernichtet, knapp 1.900 indigene Familien aus Dutzenden Siedlungen hätten vor den Bränden fliehen müssen.

In diesem Kontext wies die BBC in einer Analyse am Sonntag auf einen mutmaßlichen Zusammenhang zwischen der Zahl der Strafen wegen Brandlegungen und der Zahl der Brände in den letzten Monaten in Brasilien hin. Seit der neoliberale bzw. rechtskonservative Jair Bolsonaro Präsident ist (1. Jänner), seien fast um ein Drittel weniger Strafen verhängt worden als im Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Die Zahl der Brände sei im selben Zeitraum, von Jänner bis August, um 84 Prozent gestiegen.

Kommentar WO: Lieber ORF, Irgendwer kann hier nicht umrechnen: 1 ar = 10x10m = 100 m², 1 ha = 10×10 ar = 100 ar, 1 km² = 10×10 ha = 100 ha. Daher sind 950000 ha genau 9500 km²

190825 Feuer vernichten fast eine Million Hektar Urwald in Bolivien Seit Tagen wütende Brände haben in Bolivien schon fast eine Million Hektar Urwald vernichtet. Die Brände erstreckten sich über eine Gesamtfläche von 950.000 Hektar, sagte Cliver Rocha von der Landes-Forstverwaltung. 32 Prozent des Chiquitano-Waldes seien zerstört, 1871 Familien in dutzenden Ureinwohner-Siedlungen seien betroffen. Die Feuerwehr kämpft seit Tagen gegen die durch illegale Brandrodung ausgelösten Feuer. Dabei ist auch ein US-Löschflugzeug vom Typ Boeing 747-400 „SuperTanker“ im Einsatz. Am Boden kämpfen Feuerwehr, Armee, Polizei und Freiwillige gegen die Flammen. Kommentar WO: Kärnten ist 953.800 ha groß. „Wen kümmert es hier, wenn in China ein Sack Reis umfällt oder in Südamerika Flächen in der Größe österreichischer Bundesländer illegal abgebrannt werden?“ Wir sollten es uns merken: nur der Handel braucht Mercosur. Übrigens: die größten Fleischfabriken sind in Brasilien.

190825 Van der Bellen mahnt Einhaltung der Klimaziele ein Mit drastischen Worten hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen gestern bei der Eröffnung der Politischen Gespräche des Forum Alpbach vor einem Scheitern der Pariser Klimaziele gewarnt. Würden diese nicht eingehalten, würde es im schlimmsten Fall keine Menschheit mehr geben. Hoffnung setzt Van der Bellen in die Jugend und in die EU.

190823 Amazonas-Waldbrände Globaler Streit über Regenwald Die Brände im Amazonas-Gebiet, die die „Lunge der Welt“ gefährden, sind nun zu einem globalen politischen Streitthema geworden. Irland und Frankreich drohen Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro nun damit, das Freihandelsabkommen Mercosur zu blockieren. Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte am Freitag an, das jüngst ausgehandelte Mercosur-Freihandelsabkommen zwischen EU und vier südamerikanischen Staaten, darunter Brasilien, abzulehnen. Kommentar WO: die Bäume des Amazonasbeckens sind gewiss nicht die „Lunge der Welt“, denn zwischen 50 und 70% des täglich gebrauchten Sauerstoffes werden von Algen in Gewässern erzeugt. Die Ausrottung der dortigen „Urbevölkerung“ schreitet unaufgehalten voran. Hoffentlich kommt das Mercosur-Abkommen auf das „Abstellgeleis“.

190822 WHO-Report Kaum Gefahr durch Mikroplastik in Wasser Von Mikroplastik im Trinkwasser scheint nach dem derzeitigen Wissensstand kaum Gefahr für die Gesundheit auszugehen. „Basierend auf den begrenzt verfügbaren Informationen scheint Mikroplastik im Trinkwasser auf dem jetzigen Niveau kein Gesundheitsrisiko darzustellen“, so die Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Maria Neira, in ihrem Report, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Plastikmenge wird sich „bis 2050 verdreifachen“ Im Jahr 2017 seien weltweit rund 348 Millionen Tonnen Plastik, ohne Berücksichtigung der Produktion von Fasern, angefallen. Diese Menge werde sich angesichts des Bevölkerungswachstums, des Verbrauchs und des Wegwerfverhaltens bis 2025 verdoppeln und bis 2050 wohl verdreifachen, schätzt die WHO. Der Markt sei riesig. Allein in Europa stellten 60.000 Firmen mit 1,5 Millionen Beschäftigten und einem Umsatz von 355 Milliarden Euro Plastik her. Kommentar WO: jaja, sogenannte „Funktionswäsche“ und Fleece-Bekleidung sind ja so toll. Und dann glauben wir auch noch, dass „atmungsaktive“ Wäsche selbst (=aktiv) atmet. Ah ja, „antialkoholische“ Getränke ist auch ein toller Begriff (als ob diese Getränke gegen den Alkohol seien). So werden wir geistig über die Sprache zugemüllt.

190821 Neuer Rekordwert Tausende Brände im Amazonas-Gebiet In Brasilien sind heuer bereits mehr als 72.000 Waldbrände registriert worden – so viele wie noch nie zuvor. Besonders prekär ist die Lage derzeit im Amazonas-Regenwald im Norden des Landes. Die Situation facht auch die Diskussion über die Umweltpolitik des rechtsgerichteten Präsidenten Jair Bolsonaro an.

190821 Anschober warnt vor Klima-Strafzahlungen Wenn die EU-Länder bis Jahresende keinen den Klimazielen von Paris entsprechenden Klimaplan vorlegen, drohen Strafzahlungen. Klimaschutzlandesrat Rudi Anschober (Grüne) kritisiert den Entwurf des österreichischen Klimaplans. Der werde zu hohen Strafen führen. Galliger Kommentar WO: „Wir wollen ein Wasserstoff-Vorzeigeland sein, wir wollen, wir wollen, wir wollen. Wir wollen das Beste.“ Nein liebe Politiker, ihr tut nur so und wählt punktgenau minder gute Lösungen (sie sind aber plakativ und sollen ja das Volk einlullen). Beispiele: 1. Photovoltaik auf alle Bundegebäude (gell, dann braucht man sie nicht thermisch zu sanieren). 2. Wasserstoff für den öffentlichen Verkehr: braucht doppelt so viel elektrische Energie wie reine e-Mobilität (gell, wir haben elektrischen Strom im Überfluss). 3. Wir lassen das Methan bei der Abfall-Verrottung lieber in die Luft (gell, dann brauchen wir keine Anlagen zur Bio-Methangewinnung und die öffentlichen Busse sind keine Klimagaskiller mehr, so wie bei den Schweden und dann brauchen wir auch nicht von ihnen zu lernen). Und die Strafzahlungen begleichen eh wir Steuerzahler und nicht ihr Politiker.

190821 Mehr als ein Gemüse-Abo: Warum sich Städter auf dem Acker ihre Hände dreckig machen Die solidarische Landwirtschaft bringt Produzenten und Konsumenten näher zusammen. Die Idee gibt es schon lange, doch mit der Diskussion um Klima und Nachhaltigkeit erhält sie Aufwind. Ein Besuch bei einer Gemüsekooperative am Stadtrand von Zürich.

Den Bürostuhl mit der Gärtnerschürze tauschen: Mitglieder von Gemüsekooperativen leisten neben einem Jahresbeitrag mehrmals pro Jahr Einsätze auf dem Feld oder in der Gärtnerei.

190820 Gletscher Helheim in Grönland: Forscher finden alarmierende Hinweise Anfang August ist in Grönland ein riesiges Stück von einem Gletscher abgebrochen. Forscher der NASA wollten nun herausfinden, warum das Eis so schnell schmilzt – und fanden alarmierende Hinweise am Gletscher Helheim. Es war ein heißer Sommer in Grönland. So heiß, dass am 2. August schließlich, mehr als acht Kilometer von der Siedlung Kulusuk entfernt, ein großes Stück Eis von einem Gletscher abbrach. Es war so groß wie ein Fußballfeld. An diesem Tag verlor Grönland 12,5 Milliarden Tonnen Eis. Das berichtet der Nachrichtensender CNN. Noch nie zuvor ist so viel Eis an einem Tag ins Meer gestürzt. Forscher der NASA, die zum Programm „Oceans Melting Greenland“ (OMG) gehören, fuhren daraufhin zu der Insel. Sie wollten herausfinden, durch welche Einflüsse das Eis genau angegriffen wird und schmilzt. Dabei untersuchten sie nicht nur die steigende Lufttemperatur, sondern auch die Erwärmung des Wassers.

190820 Greta Thunberg: Die Folgen des Streiks einer Schülerin Das Schild ist immer mit dabei: „Skolstrejk för klimatet“ („Schulstreik für das Klima“). Seit einem Jahr mobilisiert die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg gegen die Klimakrise. Am ersten Schultag nach den Sommerferien im vergangenen Jahr, dem 20. August 2018, platzierte sich die damals 15-Jährige mit ihrem Streikschild vor den Schwedischen Reichstag in Stockholm. Kommentar WO: gleichgültig wie man zu Greta steht, sie zeigt uns jedenfalls, dass man auch als Einzelner unglaublich viel in Bewegung setzen kann (nicht nur Mr Trump, der den größeren roten Knopf besitzt als sein Freund Kim).

190820 Genau vor 400 Jahren: Erste afrikanische Sklaven in Nordamerika „Gegen den 20. des Monats August kam zu uns ein niederländisches Kriegsschiff, von dem wir 20 Neger kauften.“ Was der Tabakfarmer John Rolfe im Jahr 1619, vor 400 Jahren, notierte, markiert den Beginn der Sklaverei in Nordamerika. Kommentar WO: Es hat nicht direkt mit dem Klimawandel zu tun. Aber es zeigt uns wie wir („die Weißen“) über das Leben und die Lebensumstände der anderen Bewohner unseres Planeten verfügen. Heute noch.

190819 Eklat bei Klimagipfel: Pazifikinseln im Clinch mit Australien Mit einem handfesten Eklat ist das Forum der Pazifikinseln (PIF) im Inselstaat Tuvalu schon vergangene Woche zu Ende gegangen. Die von der Klimakrise gefährdeten Pazifikstaaten kritisierten Australien, das sich auf keinerlei Einschränkungen beim CO2-Ausstoß seiner Kohleindustrie festlegen wollte. Öl ins Feuer goss dann der australische Vizepremier: Die Inselstaaten würden schon überleben, schließlich kämen viele von dort als Obstpflücker nach Australien, sagte er. Die Empörung hallt noch immer nach. siehe auch am 190813

190819 Kritik an Tarifdickicht bei E-Ladestationen Die Kosten für 100 Kilometer mit dem E-Auto sind im Durchschnitt mit fünf Euro deutlich günstiger als Fahrten mit Benzin oder Diesel. Gleichzeitig sind die Preise für das Aufladen aber intransparent, kritisiert die Arbeiterkammer (AK) in einer aktuellen Erhebung. Sie fordert ein Preismonitoring wie beim Spritpreis. Kommentar WO: Meine persönliche Erfahrung mit Erdgasauto-Kombi (ich nutze Bio-Methan): Auto-Neupreis etwa gleich wie die Benzinvariante (e-PKW: exorbitant teurer, bis 30.000 €), 100km mit fossilem Methan: € 5,70, mit Biomethan: € 8,02 (abolbar bei jeder Erdgastankstelle mittels Bio-Methan-Zertifikates). Mit Biomethan ist mein Auto ein Klimagaskiller, denn es nutzt jenes Methan, das sonst bei der Verrottung in die Atmosphäre entweicht. Akkukosten beim e-Auto etwa 6000 – 7000 €. Auch wenn man wenig fährt wird der Akku nach max 80 Monaten ausgetauscht (die „kalendarische Lebensdauer“). Gebraucht-e-PKW dürften wegen der unsicheren Akku-Restlebensdauer schwer bzw nur stark verbilligt abzugeben sein, auch wenn man eine „Akku-Garantie“ in Händen hält. Davon spricht man aber nicht!!! Und die klimarelevanten Lebenszyklusemissionen meines Bio-Methan-Autos sind 20 – 30% geringer als bei einem e-PKW mit Ökostrom (Ergebnis einer Studie mit dem Wegenerzentrums der UNI Graz). So schauts aus. Bei weiterem Infobedarf einfach melden in diesem Blog.

190819 Deutschland: Kohleausstieg bis 2038 Die letzte Kohle im Osten Deutschlands nagt an Haus und Hoffnung

Ganz im Osten von Deutschland leben Gegner und Befürworter der Kohle nahe beieinander. Trotz harten Fronten sehen sie eines ähnlich: Der Region fehlt ein Plan für die Zeit nach dem Kohleausstieg. Eine Videoreportage aus Sachsen und Brandenburg.

190818 Island erklärt ersten Gletscher für tot Ein Opfer der Erderwärmung: Auf Island ist offiziell der erste Gletscher für tot erklärt worden. Der 700 Jahre alte Okjokull gilt formell nicht mehr als solcher, weil er mit nur noch 15 Metern Eisdicke zu leicht geworden ist, um sich vorwärts zu schieben. An der Abschiedszeremonie nahmen am Sonntag rund 100 Menschen teil, darunter Regierungschefin Katrin Jakobsdottir.

190818 Kärntens Wälder vermüllen zunehmend Kärntens Wälder leiden nicht nur unter den veränderten Umweltbedingungen durch den Klimawandel und auch die Vermüllung macht dem Ökosystem Wald zunehmend zu schaffen. Die Vermüllung nimmt laut der Kärntner Bergwacht immer mehr zu. Auch Kärntens Waldbesitzer fordern von den Waldbesuchern mehr Respekt vor der Natur ein. Kommentar WO: nicht nur in Kärnten! Die Lebensdauer der weg-gemüllten Sachen zeigt einen Teil der Probleme auf:

190817 Parteien befürworten „Klimacheck“ von Gesetzen ÖVP, SPÖ, NEOS, JETZT und Grüne sprechen sich dafür aus, dass Gesetze und Verordnungen verpflichtend auf ihre Klimaverträglichkeit bewertet werden sollen – samt einer externen, unabhängigen Kontrolle durch die Wissenschaft. Das geht aus den Beantwortungen eines Fragebogens zum Thema Klimapolitik der Umweltorganisation WWF hervor. Die FPÖ will einen „Nachhaltigkeitscheck für alle Maßnahmen“. Kommentar WO: Das ist nicht einmal „warme Luft“ sondern nur „Einlullen während des Wahlkampfes“. Für mich ist es ein „Abschieben von Verantwortung“. Wir erinnern uns auch daran, dass die meisten der Gesetze der letzten Regierung einer nachträglichen juristischen Prüfung nicht standgehalten haben. Wozu hat man denn so viele Juristen in den Ministerien? Und die FPÖ fällt beim Sprach-Check wieder durch: Nachhaltigkeit ist die „Wirkungsdauer einer Maßnahme“. Wie lange „wirkt“ nun ein Gesetz?

190817 Wald-Brände nicht so klimaschädlich wie gedacht Waldbrände setzen enorme Mengen CO2 frei. Aber so verheerend für das Klima sind sie möglicherweise gar nicht, wie eine neue Berechnung zeigt: Solche Brände könnten die Erderwärmung unter idealen Umständen sogar bremsen. Mehr als zehn Prozent des freigesetzten Kohlenstoffs entweicht einer Studie zufolge nicht als CO2 in die Atmosphäre, sondern wird langfristig als Holzkohle im Boden gebunden. Auf lange Sicht könne dieser Effekt der Atmosphäre auch Kohlendioxid entziehen – denn im Lauf der Zeit nehme die nachwachsende Vegetation durch Photosynthese wieder so viel Kohlenstoff aus der Atmosphäre auf, wie vorher in Form von Pflanzenmasse gebunden war. Das sei aber erst dann der Fall, wenn die gesamte Vegetation nachgewachsen sei, betonen Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“. In Extremfällen könne das Jahrhunderte dauern.                    Kommentar WO: das Thema ist etwas komplex (aber nicht kompliziert): 1. die Brände in Sibirien sind deshalb schädlich, weil dadurch unterirdisches Torffeuer entsteht, das nahezu jahrelang weiter brennt und den darin gespeicherten Kohlenstoff in CO2 umwandelt. Bis dann wieder in größeren Mengen Torf wird (und Kohlenstoff eingelagert wird), dauert es bekanntermaßen Jahrhunderte. 2. Buschbrände in Australien werden oft im Zuge des sogenannten „Landmanagements“ gezielt gemacht. Damit soll ein Zuviel an trockenem brennbaren Holz am Boden verhindert werden. Wird das nicht gemacht, dann können verheerende Brände entstehen. Diese Handlungsweise haben die Weißen von den Aborigines gelernt. Und die besiedelten Australien bereits vor etwa 50.000 Jahren. 3. Dasselbe beherrschen auch die „First Nations“ (wir sagen etwas abfällig Indianer) im Norden von Nordamerika. In Alaska wird durch gezieltes und flächenmäßig begrenztes Abbrennen von Nadelwäldern die Flora verjüngt: zuerst entsteht Gras- und Buschland, dann wachsen Laubbäume und schließlich wieder Nadelbäume. Die Fauna bleibt auch in Bewegung, da auf abgebrannten Flächen wieder geäst werden kann, Bären und Wölfe ziehen nach. 4. Das Roden des Regenwaldes bringt hingegen nur Nachteile, weil nichts mehr regeneriert. CO2-Abbau durch Fotosynthese ist weg, Landnutzungsänderung mir vermehrter Klimabelastung durch Lachgas und Methan. 5. Wo gibt es ideale Bedingungen, unter denen das Abbrennen eines Waldes zum Bremsen der Klimabelastung führt? Meint der/die Autor/en etwa gar die Minderung der Sonneneinstrahlung zufolge höherer Staubbelastung aus den in die Atmosphäre getragenen Aschepartikel?

190816 US-Klimabehörde: Juli heißester Monat der Messgeschichte Der Juli war nach Daten der US-Klimabehörde NOAA global gesehen der heißeste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen habe um 0,95 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts von 15,8 Grad Celsius gelegen, teilte die Behörde gestern in Washington mit. Damit übertreffe der Monat den Juli 2016, der der bisherige Rekordhalter war, um 0,03 Grad Celsius.Die auffälligsten Abweichungen gab es laut NOAA in Alaska, Mitteleuropa, den nord- und südwestlichen Teilen Asiens sowie in Teilen Afrikas und Australiens. In der vergangenen Woche hatte bereits der Klimawandeldienst Copernicus den Juli zum heißesten Monat seit Beginn der Aufzeichnungen erklärt. galliges Kommentar WO: Donald Trump vorausahnend: „Dank meiner Politik brauchen wir nun im Sommer unsere Wohnungen nicht mehr mit Kohle zu beheizen, ausser vielleicht in Alaska. Das schont unsere nationalen Kohlevorräte für die Zukunft. „

190814 Greta Thunberg sets sail for New York on zero-carbon yacht Climate activist begins voyage from Plymouth to Trump’s US with father and two-man crew On white-crested swells under leaden skies, the teenage climate activist Greta Thunberg has set sail from Plymouth on arguably her most daunting challenge yet. A two-week crossing of the Atlantic during hurricane season in a solar-powered yacht is the first obstacle, but it is unlikely to be the toughest in an odyssey through the Americas over many months. This will be both the ultimate gap year and a journey into the heart of climate darkness: first to the United States of president Donald Trump, who has promised to pull out of the Paris climate agreement, and then down to South America, possibly including Brazil where president Jair Bolsonaro is overseeing a surge of Amazon deforestation. Kommentar WO: Liebe Greta, mir ist schon klar, dass es nach den USA keine Zugsverbindung gibt. Diese Jacht ist nun definitiv keine „zero-carbon“ Jacht, denn irgendwie musste sie ja hergestellt werden (das gleiche wie die CO2-eq-Last bei der Li-Akku-Herstellung und -Entsorgung). Es ist auch unvorstellbar, dass Du Donald Trump oder Jair Bolsenaro beeindrucken wirst. Damit darf man eine „zero-effect-action“ vorausahnen. Das ist nicht anders als die unselige politische Entscheidung, Österreich zu einer „Wasserstoff-Vorzeigenation“ machen zu wollen, nur weil es plakativ ist (lies nach in unserer digitalen Bibliothek). Reiner Aktionismus ist so wünschenswert wie ein Kropf. Du müsstest der Jugend und auch uns Älteren nahebringen, wie man sich z.B. dem Kosumismus verweigert (inkl Internet-Nutzung und Smartphone-Manie), wie eine „sich selbst tragende“ Gesellschaft ohne Ausbeutung von anderen mit einer minimalen CO2-eq-Belastung ausschauen sollte. Der Anfang Deiner Bemühungen war toll. Warum nur jetzt diese Reise?

190814 Kohlepolitik: Bundesstaaten klagen US-Regierung 22 US-Bundesstaaten und sieben Städte haben gestern wegen der geplanten Aufweichung von Klimaauflagen für Kohlekraftwerke Klage gegen die US-Regierung eingereicht. Sie richtet sich gegen das Vorhaben von Präsident Donald Trump, den „Clean Power Plan“ seines Vorgängers Barack Obama durch eine neue Regelung mit dem Titel „Affordable Clean Energy“ (ACE) zu ersetzen.

190813 12.600 Tonnen Produkte im Vorjahr vor Müll gerettet 12.600 Tonnen an Gütern hat das Re-Use- und Reparaturnetzwerk RepaNet im Vorjahr vor der Entsorgung gerettet. Laut eigenen Angaben wurden dadurch fünf Millionen Euro an Abfallkosten sowie die CO2-Emissionen von 8.500 Österreicherinnen und Österreicher eingespart.

190813 EU verhängt Strafzölle gegen Biodiesel aus Indonesien Die EU-Kommission hat Strafzölle gegen Importe von Biodiesel aus Indonesien verhängt. Es würden Zölle in Höhe von acht bis 18 Prozent für staatlich geförderten Biodiesel erhoben, teilte die Brüsseler Behörde heute mit. Kommentar WO: Dies aber nur wegen der indonesischen staatlichen Förderung (merke: der Markt ist heilig!!), nicht wegen der schlechten Umwelt- und Klimaeffekte. Auf diesem Auge ist nicht nur die EU blind.

190813 Klimaschützer fordern Kehrtwende in der Landwirtschaft Die erst kürzlich gegründete Initiative Klimafreundliche Landwirtschaft hat heute an die künftige Bundesregierung adressierte Forderungen präsentiert, die den Weg für eine umwelt- und klimafreundlichere Landwirtschaft ebnen sollen. Hauptforderungen sind eine Verdoppelung der Agrarumweltförderungen und Erhöhung der Bioanteile, wie es heute bei einer Pressekonferenz in Wien hieß. Kommentar WO: ein biologischer Anbau von Nahrungsmitteln ergibt eine nur geringfügige Minderung der Klimabelastung (ca 10%) gegenüber konventionellem Anbau, aber doch eine „gesundere Umwelt“ (siehe auch den Bericht „Nahrung und Klimabelastung“ in der digitalen Bibliothek). Natürlich gehört das Fördersystem der EU für die „Agro-Industrie“ reformiert. In Österreich wird eine flächenzentrierte Landwirtschaft (nur so viel Kühe wie man mit dem eigenéne Gras/Heu ernähren kann) nicht gefördert, sehr wohl aber die „industrielle“ Tierhaltung, die Kraftfutter (z.B. Soja) benötigt, das wiederum in großen Mengen importiert werden muss. Und es hängt wieder an uns Konsumenten: wer nur „Billigzeug“ kaufen will, dem muss man zuvor jenes Geld, mit dem Bio-Anbau gefördert werden soll, in überhohem Maß über die Steuer aus dem Säckel ziehen. Unser Konsumismus und die Gier nach Schnäppchen sind einfach übel.

190813 Australien investiert in Kampf gegen Klimawandel Australien will für den Kampf gegen den Klimawandel in der Pazifikregion bis 2025 umgerechnet etwa 300 Mio. Euro zur Verfügung stellen, wie Premierminister Scott Morrison heute vor einem Treffen mit Staats- und Regierungschefs aus anderen Pazifikstaaten ankündigte. Das Geld soll unter anderem in den Katastrophenschutz und in die Förderung von erneuerbaren Energien fließen. Geplant sind Projekte in Papua-Neuguinea sowie auf Kiribati und den Solomon-Inseln. Kommentar WO: ich meine, das ist ein typisch „politisches Weißwaschen“ des oft kritisierten Kohleabbaus (Ostküste) für den Export. In diesem Business ist Australien gar nicht zimperlich. Man darf davon ausgehen, dass der Gewinn aus dem Kohle-Export die 300 Mio € deutlich übersteigen.

190812 CO2-Emissionen des Verkehrs 2019 weiter gestiegen Im ersten Halbjahr 2019 sind die CO2-Emissionen des Verkehrs weiter gestiegen, womit sich der Abstand zu Österreichs Klimaziel zu vergrößern droht. Wie der VCÖ heute mitteilte, wurden in Österreich aufgrund des gestiegenen Dieselabsatzes rund zehn Millionen Liter mehr Treibstoff getankt als in den ersten sechs Monaten des Vorjahrs.

190811 Wohin mit dem alten Speisefett? Öl aus der Fritteuse oder von Eingelegtem wie Schafkäse und Sardinen landet oft im Abfluss. Dort kann es aber Schaden anrichten: Öl hat in Gewässern nichts verloren, auch nicht, wenn es pflanzlich ist. Kommentar WO: Das ist keine Frage: ab in das Altstoff-Sammelzentrum der Gemeinde. Daraus kann man z.B. Hydrauliköle für Traktoren und Gemeinde-Unimogs machen. Lebensdauer bis 5 mal so lang wie fossile Hydrauliköle, keine Gefährdung von offenen Böden oder Gewässern bei Lecks. Thal ist die erste steirische Gemeinde, die diesen Weg mit ihren LKWs ging: von Anderen hatte man gelernt.

190810 Ökobilanz des Plastiksackerlverbots Jedes Jahr landen Mio. Tonnen Plastik im Meer und später als Kleinstpartikel in der Nahrung. Ein Gegenmittel ist das Verbot von Plastiksackerln. Was in Österreich ab 2020 gilt, gibt es in Kalifornien bereits seit 2014. Eine neue Studie zieht nun die Ökobilanz. Kommentar WO: das gibt es auch schon länger in Süd-Australien, dem trockensten Staat des trockensten Kontinents.

190809 Klimaerwärmung ist so schnell wie noch nie zuvor: Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass sich die Erde so schnell erwärmt, wie noch nie in ihrer Geschichte. Die globale Temperatur steigt nach Forscherangaben derzeit schneller an als jemals zuvor in den Millionen von Jahren der Erdgeschichte, die Klimaforscher rekonstruieren können. Seit 50 Jahren werde es im Schnitt global über Land und Ozeanen pro Jahrzehnt um rund 0,2 Grad wärmer, erläuterte Andrey Ganopolski vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Eine solche über viele Jahre andauernde Steigerung sei unerreicht zumindest in den vergangenen drei Millionen Jahren, für die es viele quantitative Temperatur-Rekonstruktionen gebe, und möglicherweise sogar in den vergangenen 60 Millionen Jahren.

190808 Fließgewässer erwärmen sich schneller als erwartet  Eine Prognose zur Erwärmung der Fließgewässer aus dem Jahr 2009 sei bereits überschritten, so Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) bei der Präsentation einer Studie dazu am Donnerstag. Das habe starke Auswirkungen auf kälteliebende Fische. Die Temperaturen in den oberösterreichischen Fließgewässern nahmen seit etwa 1980 relativ konstant zu. Das ergab die vom Institut für Gewässerökologie, Fischereibiologie und Seenkunde in St. Lorenz am Mondsee (Bezirk Vöcklabruck) erstellte Studie. Zwischen 1880 und 1980 wurde kein Temperaturanstieg gemessen. Von 1984 bis 2015 stieg die Temperatur in den Fließgewässern demnach im Schnitt um insgesamt rund 1,33 Grad Celsius. Während bei der aktuellen Studie 92 Prozent der Messstellen einen signifikant positiven Temperaturtrend zwischen 1984 und 2015 aufweisen, war dies bei der gleichen Studie im Jahr 2009 nur bei 55 Prozent der Fall.

190808 Brasilien will Neuregelung für Amazonas-Fonds Die brasilianische Regierung will den Amazonas-Fonds zum Schutz des Regenwalds reformieren. Der Lenkungsausschuss, in dem neben Vertretern der Regierung und der Bundesstaaten auch Repräsentanten der Zivilgesellschaft sitzen, solle in Zukunft nur noch eine beratende Funktion haben, sagte Umweltminister Ricardo Salles gestern im Parlament. Das operative Geschäft solle künftig von einem Exekutivausschuss geführt werden. Der Amazonas-Fonds mit einem Volumen von knapp 800 Millionen Euro wird von Norwegen und zu einem kleinen Teil auch von Deutschland finanziert. Mit dem Geld sollen die Abholzung des Regenwaldes gestoppt, Aufforstungsprojekte finanziert und die indigene Bevölkerung unterstützt werden. Zuletzt hatten allerdings Pläne des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro für Ärger gesorgt, der die Mittel auch für die Entschädigung von Bauern verwenden will.

190808 IPCC Report: Teufelskreis der Erderwärmung Dass der Mensch mit seiner Lebensweise der Erde und somit sich selbst erheblichen Schaden zufügt, ist unbestritten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des UNO-Weltklimarats (IPCC) warnen nun vor einem weiteren Dilemma in der Klimakrise: die übermäßige Bewirtschaftung von Land, die fatale Folgen habe. Der umfassende Bericht wird am Donnerstag in Genf präsentiert.Dass der Mensch mit seiner Lebensweise der Erde und somit sich selbst erheblichen Schaden zufügt, ist unbestritten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des UNO-Weltklimarats (IPCC) warnen nun vor einem weiteren Dilemma in der Klimakrise: die übermäßige Bewirtschaftung von Land, die fatale Folgen habe. Der umfassende Bericht wird am Donnerstag in Genf präsentiert. Darin geht es darum, wie Ackerbau und die Rodung von Wäldern die Erderwärmung verstärken, aber auch die Ernährung von mehr als 5,5 Milliarden Menschen weltweit gefährden. Die Forscherinnen und Forscher des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) schreiben in dem Sonderbericht, „menschliche Aktivitäten“ hätten zu ausgelaugten Böden, der Ausdehnung von Wüsten, dem Verschwinden von Wäldern und der Entwässerung von Torfgebieten geführt. Dabei handle es sich gerade um jene Gebiete, die eigentlich imstande seien, der Klimakrise entgegenzuwirken – bekanntestes Beispiel ist etwa der Amazonas-Regenwald.

190807 EEA-Klimastudie: Ministerium relativiert schlechtes Abschneiden Das Umweltministerium reagiert auf den von der Europäischen Umweltagentur (EEA) aufgestellten Vergleich der Klimaschutzmaßnahmen, wonach Österreich mit 15 umgesetzten Maßnahmen das EU-weite Schlusslicht darstellt. Gegenüber der APA wurde angemerkt, dass manche der Aktivitätsfelder besonders effektiv und ihnen mehrere Maßnahmen zuzurechnen seien, weswegen der Vergleich nicht seriös sei. Kommentar WO: Jaja die Sprache ist entlarvend: entweder ist etwas effektiv oder eben nicht effektiv. Effizienz dagegen ist schlecht oder gut oder besser. Und wir wissen es aus dem realen Leben: es gibt für alles „Entschuldigungen“, nein besser: Ausreden. Das schlechte Ranking im Klimaschutzindex (in der Nähe von China und den USA) ist auf „schlechte Regierungsarbeit“ zurückzuführen. Es gibt nachahmenswerte Vorbilder, „oba bei uns in Bagdad“?

190807 Verfrühter Almabtrieb wegen Trockenheit Den Almbauern machen anhaltende Trockenheit und Hitzeperioden zu schaffen. Generell finde der Almabtrieb wegen des Klimawandels immer früher statt. Das heurige Jahr war wegen des späten Saisonbeginns besonders schwierig, heißt es.

190807 Brasilien: Abholzung des Regenwaldes rasant beschleunigt Die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien hat sich rasant beschleunigt. Im Juli war die Fläche des zerstörten Waldes fast viermal höher als im gleichen Monat des Vorjahres, wie das brasilianische Institut für Weltraumforschung (INPE) gestern mitteilte. Das Institut liefert Satellitenbilder zum Zustand des brasilianischen Amazonas-Waldes, der als „Lunge der Erde“ gilt und im globalen Klimaschutz eine unverzichtbare Rolle spielt.

190807 Deutsche Agrarpolitiker offen für höhere Fleischsteuern Deutsche Agrarpolitiker von SPD und Grünen haben sich für eine höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch ausgesprochen. „Ich bin dafür, die Mehrwertsteuerreduktion für Fleisch aufzuheben und zweckgebunden für mehr Tierwohl einzusetzen“, sagte Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, der „Welt“ (Mittwoch-Ausgabe). Es sei nicht zu erklären, warum Fleisch mit sieben Prozent und zum Beispiel Hafermilch mit 19 Prozent besteuert werde. Kommentar WO: undenkbar in Österreich. Die Abschaffung der Sklaverei in den Südstaaten N-Amerikas war für Viele auch undenkbar. Das lässt das Pflänzchen „Hoffnung“ leben.

190806 Klimaschutzmaßnahmen: Österreich EU-weites Schlusslicht Österreich ist hinsichtlich der gesetzten Klimaschutzmaßnahmen EU-weites Schlusslicht. Wie die Wochenzeitung „Falter“ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, wurden laut einer Untersuchung der Europäischen Umweltagentur 15 Maßnahmen bis Ende März dieses Jahres gemeldet. Kommentar WO: Was regts Euch auf, beim Auto ist das Bremslicht auch eine Sicherheitseinrichtung. Danke liebe Vorgängerregierung, jetzt sind wir endlich eine Vorzeigenation. Liebe zukünftige Regierung: bitte alles nur irgendwie Mögliche tun, damit dieses tolle Ranking bleibt.

190806 Anbauflächen von Getreide im Wandel: Bauern reagieren auf Klimawandel „Der Klimawandel hält uns in Atem“, sagte der Getreidebauer mit Feldern in Wien-Favoriten. Die Bodenfruchtbarkeit müsse auch durch Weiterentwicklungen gesichert werden. „Es geht um die Speicherfähigkeit von Wasser. Wenn es immer weniger Wasser gibt, braucht es neue Bodenbearbeitungsmethoden. Auch müssen Anbaumethoden forciert werden, die wassersparend sind.“ Themen seien Begrünungen, reichhaltige Fruchtfolgen, Achtsamkeit bei der Bodenverarbeitung, indem man etwa Verdichtungen vermeide, und die Anreicherung mit Humus. „Was wir etwa in Wien im Rahmen einer Branchenverpflichtung schon tun ist, dass von 1.800 Äckern ein Sechstel – das sind 300 – aus der Produktion genommen werden.“

190806 „Fridays for Future“ übt harte Kritik an Airpower In einem Monat findet in Zeltweg wieder die Airpower statt. Mehr als 200 Flugzeuge nehmen heuer daran teil. Doch die Kritik an der Veranstaltung nimmt zu: Den Aktivisten der „Fridays for Future“-Bewegung aus Graz und den Grünen ist sie ein Dorn im Auge. Kommentar WO: Hallo Jugend, ihr habt recht, weiter so. Wir Alten sind schon etwas müde geworden.

190804 Wissenschaft: Alpenhummel verliert ihren Lebensraum Die Alpenhummeln verlieren zusehends ihren Lebensraum. Das zeigt eine Untersuchung von Wissenschaftern im Nationalpark Hohe Tauern. Grund sind die Gletscher, die wegen der Klimaerwärmung immer weiter zurückgehen. Kommentar WO: gschlompats Jounalistendeutsch, die Hummeln sehen ja nicht zu. Lies einfach: verlieren immer mehr Lebensraum. So wie Techniker über Teilnehmer eines internen Meetings schreiben: Anwesend: Herr Maier und Herr Müller, teilweise Herr Kommzuspätundgehtzufrüh.

190803 Verkehr: Mit der Bahn in den Urlaub ist wieder Trend Die Österreicher wählen immer häufiger die Bahn für ihre Reise in den Sommerurlaub. Laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wurden im Sommer des Vorjahres bereits rund 700.000 Urlaubsreisen mit der Bahn gemacht. Der Grazer Hauptbahnhof wird dabei zunehmend zur internationalen Drehscheibe.   In der VCÖ-Analyse wurde zudem untersucht, wie gut die EU-Hauptstädte von Österreich aus mit der Bahn erreichbar sind. Und da zeigt sich, dass man von der Steiermark aus besonders viele Ziele relativ komfortabel erreichen kann, sagte Christian Gratzer vom VCÖ. Kommentar WO: Na ja, da kann der Grazer Hauptbahnhof nichts dafür, dass die Fragestellung eine hypothetische war. Welches sind nun die „Urlauberstrecken“ der ÖBB? Wichtig ist, dass man die Bahn zunehmend nutzt, unabhängig davon ob der Grazer Hbf eine „potenzielle“ Drehscheibe ist oder nicht.

190803 Glasflaschen wieder gefragt Die vielen heißen Sommertage freuen die heimischen Mineralwasserfirmen. Waldquelle im burgenländischen Kobersdorf kommt mit dem Liefern derzeit kaum nach. Der Grund: Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten greifen wieder zur Glasflasche. Jetzt fehlt es an leeren Flaschen und Kisten, um die steigende Nachfrage befriedigen zu können.

190803 Schmetterling des Jahres stirbt aus Der Schachbrettfalter ist der Schmetterling des Jahres. Damit ist er heuer aber auch ein Mahnmal für das rasante Insektensterben. Denn der Schachbrettfalter ist aufgrund von Mäharbeiten und Stickstoffdüngungen vom Aussterben bedroht.

190803 Landwirtschaft Kritik an Agrar-Reformvorhaben der EU Kein gutes Haar an den Reformvorschlägen der EU-Kommission zur Landwirtschaft lässt ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Uni Innsbruck. Zwar bekenne sich die EU zu mehr Nachhaltigkeit, in den Reformvorschlägen spiegle sich dies aber nicht wider. Kommentar WO: Oooops. Gallig: wer sich anderes von der EU erwartet, ist ein Tagträumer. Gab es da nicht einmal die Meldung, dass die größte Agrar-Förderung in Österreich jene Firma erhält, die auch Red-Bull eindost?

190803 Flughafen San Francisco verbietet Einwegplastikflaschen Der Flughafen von San Francisco verbietet den Verkauf von Wasser von Plastikflaschen, um Müll zu reduzieren. Am Flughafen gebe es fast 100 Trinkbrunnen, an denen Passagiere und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre wiederverwertbaren Behälter auffüllen könnten, wie die Betreibergesellschaft gestern (Ortszeit) über Twitter erklärte. Der Flughafen von San Francisco verbietet den Verkauf von Wasser von Plastikflaschen, um Müll zu reduzieren. Am Flughafen gebe es fast 100 Trinkbrunnen, an denen Passagiere und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre wiederverwertbaren Behälter auffüllen könnten, wie die Betreibergesellschaft gestern (Ortszeit) über Twitter erklärte. Kommentar WO: wir sollten uns auch an andere tolle Sachen erinnern: Kalifornien war weltweit Vorreiter in den KFZ-Emissionsgesetzen. In den USA wurden erstmals die Partikelemissionen von Dieselfahrzeugen gesetzlich limitiert, ausgelöst durch auffallend hohe Lungenkrebsrate in LKW Reparaturwerkstätten an steilen Highway-Auffahrten. Dieses Faktum wird von Europas Politikern anscheinend immer wieder „aktiv vergessen“. Arnie brachte es zustande, Cola und ähnliche Modedrinks sowie fast-food aus den kalifornischen Schulen zu verbannen. Und wir in Österreich? Wir haben ja den Energydrink. Und Europa taumelt hinterher, seit Anbeginn.

190802 Mercedes Werbung geht schief  Mit einem Gag auf Twitter über die jüngsten Hitzewellen will Mercedes-Benz für sein neues SUV-Modell werben. Doch das geht gewaltig nach hinten los: Es hagelt heftige Kritik – auch aus der Politik. Angesichts der Diskussion um die Folgen der Erderwärmung hat Mercedes-Benz mit einem Tweet auf dem Kurznachrichtendienst Twitter für ein SUV-Modell der Tuningtochter AMG die Gemüter der Netzgemeinde erregt. Der Autobauer veröffentlichte auf Englisch folgenden Spruch: „Wenn dieser Sommer noch nicht warm genug war, dann heizt der Mercedes-AMG GLA 45 4Matic mit diesem heißen, roten Lack noch mehr ein.“ Daneben war der Kraftstoffverbrauch und der CO2-Ausstoß von 193 Gramm pro Kilometer angegeben.

190802 Studie: Klimakrise fachte jüngste Hitzewelle an Eine Studie eines internationalen Forscherteams bestätigt, was viele längst vermutet haben: Europas Hitzewelle im Juli ist eine Folge der Klimakrise. Die vier heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen waren die vergangenen vier. Der Weltklimarat berät derzeit die Gefahren, die durch veränderte Klimabedingungen bevorstehen. Im Mittelpunkt steht dabei, wie die Erdbevölkerung künftig noch ernährt werden kann. Kommentar WO: Nahrungsmangel zwingt zur Migration. Und „kantig gesagt“: wir bauen unseren Überkonsum auf der Ausbeutung anderer Länder auf. Ich erinnere an Sojaimport zur Tierfütterung. Soja laugt die Böden aus, Sojaplantagen in Südamerika müssen daher immer weiter „wandern“. Die früher bei uns übliche flächenzentierte Landwirtschaft (es werden nur so viel Kühe gehalten, wie man mit dem eigenen Gras/Heu füttern kann) ist obsolet. In Österreich und der EU wird hingegen die industrielle Tierhaltung gefördert. Wir wollen ja billige Milch. Der Anstoß für diese „Miswirtschaft“ geht von uns Konsumenten aus. Es ist immer unsere eigene Entscheidung, wo wir welche Produkte kaufen. Klingen Ihnen die Lösungsvorschläge auch unserer Politiker in den Ohren: „wir müssen die Menschen vor Ort unterstützen, damit sie nicht auswandern müssen.“ Es wird nie etwas passieren, fürchte ich. Worte sind rasch vergessen. Unterernährung nicht.

190802 UNO: Juli könnte weltweit heißester Monat bisher sein Der gerade zu Ende gegangene Juli könnte nach Angaben von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres der weltweit heißeste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen sein. „Der Monat Juli war mindestens gleich heiß oder heißer als der bisher heißeste aufgezeichnete Monat“, sagte Guterres gestern vor Journalisten und Journalistinnen in New York. Er bezog sich dabei auf Daten der UNO-Weltwetterorganisation (WMO), die kurz zuvor veröffentlicht worden waren. „All das bedeutet, dass wir auf dem Weg dahin sind, dass die Periode von 2015 bis 2019 die heißesten bisher gemessenen fünf Jahre am Stück werden.“

190801 Abholzung in Argentinien gefährdet die letzten 20 Jaguare Laut einem aktuellen Greenpeace-Bericht gefährdet die Abholzung für die industrielle Viehzucht rund zehn Mio. Hektar des zweitgrößten Waldes Südamerikas, Gran Chaco. Besonders dramatisch ist diese Entwicklung für den dort heimischen Jaguar, von dem nur noch 20 Exemplare existieren. Die NGO warnte, dass durch das Mercosur-Abkommen die Umweltprobleme verstärkt werden. Kommentar WO: „Was gehen uns die paar Jaguare an, wir benötigen dringend Rindfleisch“, das wir gar nicht brauchen, weil wir selber ausreichend hierzulande haben. Und was fällt mir dazu wieder ein? Nur um es wieder in Erinnerung zu rufen: Europäer haben einen perfekten Genozid auf Feuerland durchgeführt. Die Feuerländer wurden einfach niedergeschossen, dafür wurden Prämien bezahlt. Wenn man für die Wollproduktion in der dortigen kargen Landschaft mindestens 1 ha Weide pro Schaf braucht (manche sagen 3-4 ha je Schaf), dann muss man das Land entvölkern. So einfach ist das. Aus Hans-Otto Meissner: Rund um Kap Horn. Bertelsmann, München 1987, ISBN 3-570-07255-X, S. 62 ff. : „So wurde von vielen Schafzüchtern eine Prämie von einem Pfund Sterling Kopfpreis pro Abschuss eines Indianers ausgesetzt. Das Londoner Anthropologische Museum bezahlte gar bis zu acht Pfund Sterling für den Kopf eines Feuerländers. Dies führte zu regelrechten Killerkommandos, die Jagd auf die indigenen Völker machten„.

190801 Hitze in Grönland: Starke Eisschmelze wirkt sich weltweit aus Die Hitzewelle ist von Europa weiter nach Grönland gezogen. Doch ein Aufatmen hierzulande ob der milderen Temperaturen scheint fehl am Platz. Denn die Eisschmelze könnte nun weiter beschleunigt werden – und deren Folgen sind weit über die Landesgrenzen Grönlands zu spüren. „Wenn in Grönland Temperaturrekorde fallen, ist das ein Problem für uns alle“, schrieb CNN am Mittwoch. Die nun anstehende Hitzewelle könnte die Temperaturen auf 3.000 Meter Seehöhe voraussichtlich auf knapp null Grad steigen lassen – mit verheerenden Folgen. Denn wenn die Eisschicht, wie erwartet wird, signifikant schmilzt, wirkt sich das sowohl stark auf den Meeresspiegel als auch auf das Wetter aus – weltweit. Die diesjährige Schmelze werde den Nordatlantik mit Süßwasser speisen, was wiederum das Wetter in Nordwesteuropa beeinflusse: „Alles, was in Grönland passiert, hat Auswirkungen nach unten in den Süden“, sagte Jason Box, Professor und Eisklimatologe beim Geologischen Dienst von Dänemark und Grönland, gegenüber CNN. Er verwies etwa auf die Überflutungen in Großbritannien in den Jahren 2015 und 2016. Kommentar WO: Mehr Süßwasser ins Meer, früheres „Abtauchen“ des Golfstromes, weniger „Beheizung“ der norwegischen Küsten. Die Natur regiert voraussehbar (man nennt die erkannten Zusammenhänge auch „Naturgesetze“). Und hier die vorausgesagten Temperaturen über Grönland:

190801 Lufttemperaturvorhersage für heute 13:00 lokale Zeit: warme Küstenteile bis 20°C, unter dem Gefrierpunkt nur im Zentrum

190731 Erderwämung: Palmen überwintern in Österreich Palmen verbindet man mit Exotik, Süden und Urlaub. Durch die immer höheren Temperaturen kann nun auch in Österreich die als Zierbaum beliebte Chinesische Hanfpalme überleben. Forscher berichten über kleine Populationen an sechs Fundorten.

190731 Trotz Booms bei E-Autos: Lithium überschwemmt den Markt Die Nachfrage nach elektrischen Antrieben steigt – für die Lithiumindustrie aber nicht genug: Immer neue Minen werden erschlossen, die Industrie rüstete sich für den großen Hunger nach dem für die E-Auto-Produktion notwendigen Lithium. Doch in China schläft der Boom ein. Übrig bleibt viel Metall auf dem Markt. Kommentar WO: da wird es wohl (gottseidank) nichts werden mit einem Lithiumabbau auf der Weinebene. Wir erinnern uns an die Meldung, dass die Schürfrechte und alle Einrichtungen an einen australischen Bergbaukonzern verkauft wurden. Die Akkus werden mit einiger Gewissheit nicht billiger werden.

Diese Meldung hat nichts mit Klimawandel zu tun, ist aber trotzdem irgendwie alarmierend: 190731 Computer belauscht zwei Gehirne im Gespräch Neuroprothesen, die Hirnwellen direkt in Sprache übersetzen, könnten komplett gelähmten Menschen in Zukunft helfen. Forscher melden nun Fortschritte: Erstmals konnte ein Computer einen Dialog nur aufgrund der Hirnsignale verstehen. Kommentar WO: Wer hat diesen Text verfasst: ein „journalistischer Sprachtitan“ oder sogenannte „künstliche Intelligenz“. Egal, für beide ist Semantik wohl ein Fremdwort.

190729 200 Mio. Bäume: Äthiopien stellt neuen Rekord auf In Äthiopien sind heute offenbar 200 Millionen Bäume gepflanzt worden. Das teilte der Minister für Innovation und Technologie Getahun Mekuria am frühen Nachmittag via Twitter mit. Äthiopischen Behörden zufolge habe das Land somit einen neuen Weltrekord aufgestellt. Kommentar WO: die 200 Mio Bäume wurden sicher nicht heute gepflanzt. 190801: Ich korrigiere mich gerne: diese große Anzahl Bäume wurden tatsächlich an einem einzigen Tage gepflanzt, die ganze Bevölkerung war aktiv. Toll.

190729 Methanol aus CO2 und Wasserstoff Die ETH Zürich und das Mineralölunternehmen Total haben einen neuen Katalysator entwickelt, mit dem sich Methanol aus CO2 und Wasserstoff herstellen lässt. Die Technologie hat realistische Marktchancen für die nachhaltige Produktion von Treibstoffen und Chemikalien. Kommentar WO: Diese Methode hat Charme: man braucht keine Ackerpflanzen mit Lachgasemission zufolge der erfoderlichen Düngung (Ertrag), sieh nach in der digitalen Bibliothek „Klimawandel Pkt 3.1.“

190728 Ungewöhnlich starke Eisschmelze in der Arktis, Klimaforscher besorgt Unterdessen wird erwartet, dass die europaweite Hitzewelle in den nächsten Tagen weiter nach Norden zieht. Expertinnen und Experten aus Meteorologie und Klimaforschung beobachten mit Sorge die Bewegung der europaweiten Hitzewelle in Richtung Arktis. Die hohen Temperaturen könnten die Eisschmelze im Nordpolarmeer und in Grönland beschleunigen, warnte das Forschungsteam des Dänischen Wetterinstituts (DMI) am Samstag. Ruth Mottram, Klimaforscherin am DMI, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Schmelzsaison habe in diesem Sommer ohnehin vorzeitig begonnen. Die „beständig warmen Bedingungen haben zu einer sehr hohen Eisschmelze geführt“, so Mottram.Zwischen dem 1. und dem 26. Juli dieses Jahres sind nach DMI-Berechnungen durch die Eisschmelze bereits 170 Gigatonnen Wasser entstanden. Der Durchschnitt für diesen Zeitraum beträgt normalerweise 60 bis 80 Gigatonnen. 100 Gigatonnen Wasser lassen den globalen Meeresspiegel 0,28 Millimeter ansteigen. „Das ist sehr viel höher als normalerweise“, sagte Mottram. Die Schmelzrate könne jedoch von Jahr zu Jahr stark variieren, bekräftigte sie. Kommentar WO: Achtung: Die Eisschmelze auf dem Meer der Arktis führt nicht zu einem Meeresspiegelanstieg, da dies schwimmendes Eis (9/10 ist unter dem Wasserspiegel) ist. Die extremen Temperaturen sind trotzdem „beachtenswertest“. Siehe den heutigen Schnappschuss:

190728 15:51 Ungewöhnlich hohe Temperaturen im Norden

190728 Heimische Treibhausgase gesunken, bei Verkehr aber gestiegen Die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen sind laut einer ersten Schätzung des Umweltbundesamtes in Österreich 2018 das erste Mal seit drei Jahren gesunken – und zwar um 3,8 Prozent gegenüber 2017. Beim Verkehr haben die Emissionen allerdings zugenommen. Kommentar WO: ich glaube nicht, dass heimische Treibhausgase gesunken sind. Der Journalist meint sicher, dass die Menge der emittierten Treibhausgase gesunken ist. Manchmal werd ich bei solcher schludriger Sprachanwendung halt gallig. Kommentar WO am 190730: laut Kleiner Zeitung sind das mildere Winterwetter und ein außer Betrieb befindlicher Hochofen die Ursachen für die geringere Treibhausgas-Emission. Wir können also ganz entspannt weiter an der „Klimazukunft“ arbeiten.

190726 Schmuddelkind“ Österreich: Länder berufen Klimakonferenz ein Österreich war einst Vorzeigenation in Sachen Klimaschutz. Mittlerweile hat es diese Spitzenstellung längst verloren. Bis Ende des Jahres muss Österreich der EU einen fertigen Energie- und Klimaschutzplan vorlegen. Weil die Zeit drängt, haben jetzt die Klimaschutzreferenten der Länder eine außerordentliche Konferenz einberufen.

190724 So rasch und grossflächig ist die Temperatur in den letzten 2000 Jahren noch nie gestiegen Drei Klimastudien mit Beteiligung von Forschern aus Bern enthüllen Details über kalte und warme Episoden vor der Industrialisierung: Sie betrafen immer nur einen Teil des Erdballs.

190720 Gletscherschmelze: Spätsommer entscheidend Das Wetter der nächsten Wochen ist ausschlaggebend, wie viel Gletschereis heuer wieder auf Österreichs Dreitausendern verschwindet. Der schneereiche und lange Winter hatte ihnen eine schützende Schicht verpasst. Der heiße Juni setzte dem Schnee allerdings zu.

190719 Klimavolksbegehren: Erste Unterstützer präsentiert Das Klimavolksbegehren hat heute auf seiner Website die ersten Gesichter seines Personenkomitees präsentiert. Zu den Unterstützern zählen Werner Boote, Regisseur von „Plastic Planet“, der Kabarettist Gunkl, der Chef des Planetariums Wien, Werner Gruber, die Liedermacher Christoph und Lollo, Adele Neuhauser, Gerold Rudle und Erwin Steinhauer sowie die Autorin Eva Rossmann.

190719 Gletscherschmelze trotz starken Winters Die Gletscherschmelze auf dem Dachstein habe ein „alarmierendes Ausmaß“ angenommen. Diese Warnung kam am Donnerstag vom oberösterreichischen Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne). Die Entwicklung bedeute auch einen Alarmruf nach Sofortmaßnahmen für den Klimaschutz, so Anschober.

190718 „Fridays for Future“: Bisher keine Geldstrafen verhängt In Deutschland sind nun die ersten Fälle bekanntgeworden, in denen über Schülerinnen oder Schüler eine Geldstrafe wegen der Teilnahme am Klimastreik verhängt worden ist. In Österreich, wo Ähnliches gesetzlich ebenfalls möglich ist, dürfte es bisher keinen Fall geben. Zusatz WO: Nach mehreren Gegendemonstrationen wurden die Strafen am folgenden Tag ausgesetzt.

190717 Temperaturrekord in nördlichster dauerhaft bewohnter Siedlung Einen Temperaturrekord hat die nördlichste dauerhaft bewohnte Siedlung der Erde erlebt. Im nordkanadischen Alert, das weniger als 900 Kilometer vom Nordpol entfernt liegt, wurden am Sonntag 21 Grad Celsius gemessen, wie der kanadische Wetterdienst gestern mitteilte. Der Chefmeteorologe im kanadischen Umweltministerium, David Phillips, sprach von einer wahren „arktischen Hitzewelle“. In Alert liegt die Durchschnittstemperatur im Juli bei 3,4 Grad.

190717 Greenpeace fordert Offenlegung von Klimaschutzmaßnahmen Die Umweltschutzorganisation Greenpeace verlangt vom Umweltministerium, die Folgenabschätzung der derzeit geplanten Klimaschutzmaßnahmen umgehend zu veröffentlichen. „Dazu hat Greenpeace heute einen Antrag zur Offenlegung laut §5 des Umweltinformationsgesetzes eingereicht“, hieß es in einer Aussendung der Umwelt-NGO. „Das Szenario belegt schwarz auf weiß, dass die von der Kurz-Regierung (Anm. Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz, ÖVP) geplanten Maßnahmen bei Weitem nicht genügen, um die Klimaziele zu erreichen. Doch anstatt die Analyse zeitgerecht zu veröffentlichen, lässt sie das Umweltministerium in der Schublade verschwinden. Da stellt sich die Frage, wer gerade im Wahljahr von der Verheimlichung dieses desaströsen Zeugnisses profitiert“, kritisierte Greenpeace-Klima-Experte Adam Pawloff. Kommentar WO: Und genau da sind die Gründe für die schlechte Bewertung Östrreichs im Klimaschutzindex zu finden: ein wenig besser als die USA oder China!!!!!!!!!!!!

190715 Klimaschutz: Die Tücken der Aufforstung Rund eine Milliarde Hektar Wald zusätzlich könnten den Klimawandel stoppen, das haben Forscher der ETH Zürich kürzlich berechnet. Doch wie soll das in der Praxis funktionieren? Eine Bestandsaufnahme. Unter den potenziellen Aufforstungsflächen auf dem Planeten befinden sich die etwa Miomba Woodlands, ein weitläufiges Waldsavannengebiet im südlichen Zentralafrika. Diese Flächen sind karg, werden aber von der lokalen Bevölkerung landwirtschaftlich genutzt, weiß Georg Gratzer. Vor allem arme Menschen würden diese Flächen für Viehhaltung und Beweidung nutzen. „Der Großteil der armen Bevölkerung des globalen Südens lebt in ländlichen Gebieten. Zwei Drittel davon sind von Viehzucht abhängig.“ Würde man hier aufforsten, entziehe man diesen Menschen die Lebensgrundlage. Kommentar WO: Und da gibt es noch das Handelsabkommen Mercosur. Und die „Wirtschaftsmigranten“ aus Afrika sollen gefällig dort bleiben wo sie nicht mehr leben können. Hilfe für die von uns Ausgebeuteten? Nieeeeemals.

190712 Bauer fräst Thunberg und „Fridays for Future“ in Feld Die Klimaaktivistin Greta Thunberg und die Bewegung „Fridays for Future“ gibt es nun auch aus der Vogelperspektive: Der deutsche Landwirt Benedikt Lünemann aus Nordrhein-Westfalen mähte die Wörter „Fridays for Future“ und ein einfaches Abbild Thunbergs als Labyrinth in ein Maisfeld. Das Motiv hat die Maße 180 mal 100 Meter. Das begehbare Labyrinth sei mehr als zwei Kilometer lang.

190712 Breite Front gegen Mercosur-Pakt Das geplante EU-Mercosur-Handelsabkommen stößt in Österreich auf breit gefächerten Widerstand. Fast alle Parteien fürchten Wettbewerbsverzerrungen, Billigfleischimporte und noch mehr Umweltsünden etwa im Amazonas. Auch AK, ÖGB und Umweltschützer warnen vor einem Abschluss. Die Befürworter wie Wirtschafts- und Industrieverbände sowie NEOS sind deutlich in der Minderzahl. Uneinig sind sich die ÖVP-Bünde. Kommentar WO: Wirtschaft und Industrie werden gewinnen. Immer.

190711 Europas Städte werden Hitzepole Mehr als ein Fünftel aller Metropolen weltweit muss sich bis 2050 auf völlig neue Klimaverhältnisse einstellen. Ein weitaus größerer Teil der Städte muss mit einer starken Erwärmung des Stadtklimas rechnen. Das zeigt eine aktuelle Studie der ETH Zürich, die die Auswirkungen der Klimakrise auf Metropolen untersuchte. Auch in europäischen Städten steigen die Sommertemperaturen um durchschnittlich 3,5 Grad. Die Winter in Europas Städten werden laut Prognose um 4,7 Grad wärmer. Im Schnitt würden über das Jahr verteilt die Temperaturen dort um 2,5 Grad steigen.

190611 Strom des Lebens: Wie stillen wir künftig unseren Energiehunger? «NZZ Format Spezial» von 51 Minuten über Chancen, Risiken und die Energie der Zukunft: Donnerstag, 11. Juli um 23 Uhr auf SRF1. Die Globalisierung, die Digitalisierung und das rasante Wachstum der Weltbevölkerung stellen uns vor ungeahnte Herausforderungen: Unser Hunger nach Energie sprengt alle Grenzen und wird sich laut Schätzungen in den nächsten 20 Jahren verdoppeln. Kommentar WO: jeder von uns ist ein Treiber in den Bereichen „Globalisierung und Digitalisierung“. Je höher unser „Konsumismus“, desto schlimmer fürs Klima.

190710 Waldbericht 2019: Kampf dem Klimawandel Der Klimawandel, neue Schädlinge und Sturmschäden bedrohen den heimischen Waldbestand. Laut Waldbericht 2019 sind das die großen Herausforderungen, vor denen die Tiroler Waldbesitzer stehen. Der Klimawandel wirkt sich in zweifacher Hinsicht auf den Wald aus. Zum einen haben Schädlinge bessere Bedingungen, um sich entwickeln zu können, zum anderen greifen steigende Temperaturen die Bäume selbst in ihrer Lebenskraft an. Kommentar WO: Diese Fakten sind seit Jahren bekannt. Zum „Alternativbaum Tanne“ (Tiefwurzler) muss man dazusagen, dass er nicht aus Pflanzgärten stammen darf (so wird industriell aufgeforstet), denn beim Ernten der Setzlinge wird die Pfahlwurzel gekappt und wächst nicht mehr weiter.

190710 Städte mobilisieren gegen E-Scooter „Wir müssen den Mythos der grenzenlosen Freiheit beenden. Hier herrscht Anarchie“, hat sich der stellvertretende Bürgermeister von Paris, Emmanuel Gregoire, in einem ZDF-Interview Anfang der Woche über die teils chaotischen und gefährlichen Auswirkungen des E-Scooter-Hypes beklagt. Durchschnittlich drei Monate Lebensdauer Mit dem steigenden E-Scooter-Anteil am Verkehr wächst nicht nur die Sorge vor Unfällen. Zunehmend infrage gestellt wird auch, ob E-Scooter tatsächlich eine umweltfreundliche Mobilitätsalternative darstellen. Laut BCG-Studie hat ein E-Roller im Schnitt eine Lebensdauer von drei Monaten. Das liege daran, dass die Roller nicht für den Verleih, sondern den Privatgebrauch konzipiert worden seien. Kommentar WO: Unser Konsumverhalten ist wohl das größte Problem.

190709 Frankreich plant Ökosteuer auf Flüge Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron hat sich auf die Fahnen geschrieben, mehr für den Klimaschutz zu tun. Frankreich wird daher ab kommendem Jahr eine Ökosteuer auf Flugtickets einführen. Der Erlös in Millionenhöhe soll in umweltfreundlichere Infrastrukturen investiert werden. Experten kritisieren die Abgabe aber als zu niedrig – so werde niemand vom Fliegen abgehalten. Siehe auch hier

190608 Mozilla Firefox für Negativpreis „Internet Villain 2019“ nominiert Die britische Internet Service Providers Association (ISPA UK) hat Mozilla für den Negativpreis „Internet Villain 2019“ nominiert, weil der Firefox-Browser Maßnahmen für den Schutz der Privatsphäre und gegen staatliche Zensur enthält. Sicherheitsforscher kritisieren diese Entscheidung. Kommentar WO: Das Thema passt nicht hierher, ist aber trotzdem wichtig. Conclusio: Da kann man nur mehr Mozilla nutzen.

190706 Davos zu teuer: Weltwirtschaftsforum überlegt Wechsel Sechs Monate vor dem 50. Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos hat WEF-Gründer Klaus Schwab wegen der hohen Preise in dem Schweizer Skiort einen Standortwechsel ins Spiel gebracht. „Die Preistreiberei ist eine Belastung“, sagte Schwab in einem Interview mit der Zeitung „Südostschweiz“ (Samstag-Ausgabe). Die Teilnehmer reagierten „sehr empfindlich, wenn sie das Gefühl haben, ausgebeutet zu werden“. Kommentar WO: Oooops: ausgerechnet jene, die dem Rest der Welt diktieren, wie sie ausgebeutet werden müssen, klagen über „ausgebeutet werden“.

190706 CO2-Fußabdruck des US-Militärs riesig Die komplexe Logistik, Kriegsführung und die damit verbundene riesige Infrastruktur – mit treibstoffintensiver Fortbewegung in der Luft, auf dem Boden und auf dem Wasser – führen zu einem enormen CO2-Fußabdruck des US-Militärs. Laut einer aktuellen britischen Studie reiht sich das US-Militär bei der Größenordnung seiner CO2-Emissionen unter die 50 Länder mit dem höchsten CO2-Ausstoß – noch vor Staaten wie Portugal und Peru.

190706 USA sind Müllweltmeister und unser Müll in den Urlaubsländern Die USA produzieren etwa zwölf Prozent des globalen Mülls, 239 Millionen Tonnen im Jahr. Dabei leben dort nur vier Prozent der Weltbevölkerung. Auch Österreich ist laut einem neuen Bericht unter den Topverursachern, hierzulande wird zumindest mehr recycelt. Kommentar WO: in den Urlaubsdestinationen fällt besonders viel Müll wegen uns an, das scheint in keiner Statistik auf: „Der Tourismus erhöht den Druck aufs Mittelmeer. Die kommunale Abfallentsorgung kann mit dem saisonal steigenden Müllaufkommen nicht mithalten. Während der Urlaubszeit mit bis zu 200 Millionen Reisenden steigt die Abfallbelastung der Küstenregionen um bis zu 40 Prozent“, so Axel Hein, Meeresbiologe des WWF Österreich.

190706 32,2 Grad: Temperaturrekord in größter Stadt Alaskas Mit über 32,2 Grad ist in der größten Stadt Alaskas ein neuer Temperaturrekord verzeichnet worden. Der Wert wurde Donnerstagnachmittag am internationalen Flughafen Anchorage gemessen, schrieb der nationale Wetterdienst NWS in der Nacht auf gestern auf Twitter. Mit 29,4 Grad lag der bisherige Rekord, gemessen am 14. Juni 1969, fast drei Grad darunter.

190705 Mit Bäumen das Klima retten Aufforstung könnte die Erderwärmung dämpfen. Das wäre wirksamer als jede andere Maßnahme, unterstreichen nun Forscher: Weltweit wäre Platz für eine Milliarde Hektar Wald zusätzlich – das würde zwei Drittel aller von Menschen verursachten CO2-Emissionen binden. Kommentar WO: Das sind Wünsche für’s Christkind und dann dürfen wir so weiter machen wie bisher. Realität ist, dass die EU mit Mercosur kürzlich einen Handelsvertrag abgeschlossen hat. Und dann muss noch mehr Regenwald in Ackerfläche umgewandelt werden (heuer ist schon ein Abholzungsrekordjahr!!). Der Sojaanbau frisst sich durch die Landschaft.

190629 Nationalratswahl: ÖVP-Klimaprogramm setzt auf Wasserstoff Die ÖVP will bei der Nationalratswahl im Herbst mit einem eigenen Klimaschutzprogramm punkten. Dabei setzt Parteichef Sebastian Kurz vor allem auf Wasserstoff als alternativer Treibstoff. Er würde Unternehmen, die an derartigen Technologien forschen, mit zusätzlich 500 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren fördern, sagte er gestern im Ö1-„Journal zu Gast“. Eine Absage gab es für CO2-Steuern.Österreich soll, geht es nach Kurz, zur „Wasserstoffnation Nummer eins“ werden. Ziel sei es, die CO2-Emissionen im Verkehr mittelfristig zu reduzieren. Laut Expertinnen und Experten kann eine Umstellung auf Wasserstoff aber Jahrzehnte dauern. Kurz will bis 2025 flächendeckend Wasserstofftankstellen in Österreich schaffen. „Das ist in fünf Jahren möglich“, sagte Kurz. Kommentar WO: Schlechter geht es nicht mehr. Es gibt Fahrzeuggruppen für eine sinnvolle Wasserstoffnutzung, Als Generallösung ist Wasserstoff die schlechteste Lösung, lies nach in der digitalen Bibliothek

190628 G-20-Gipfel droht wegen Klimastreits zu scheitern Wegen tiefgreifender Differenzen beim Klimaschutz droht der G-20-Gipfel in Japan zu scheitern. Die Europäische Union machte heute zum Auftakt der Beratungen der großen Wirtschaftsnationen in Osaka deutlich, dass sie keine Abschlusserklärung mittragen werde, die einen Rückschritt gegenüber früheren Gipfeln bedeutet. Die Gruppe der Gegner besonders strenger Klimaschutzziele in der G-20 wächst jedoch. Neben den USA unter Präsident Donald Trump gehören Brasilien, die Türkei, Saudi-Arabien und Australien dazu. Bei früheren Gipfeln war US-Präsident Donald Trump mit seiner strikten Ablehnung des UNO-Klimaabkommens von Paris noch isoliert. Kommentar WO: die Frage drängt sich auf: wird die EU einknicken? Wenn ja: wohin wandern wir aus??????????

190626 BR Fernsehen:Kann das Elektroauto die Umwelt retten?

  • BR Fernsehen
  • 26.06.2019, 22:15 Uhr

Elektro-Autos sollen die Umwelt retten, werden gar als „emissionsfrei“ gepriesen. Für die deutsche Autoindustrie ein Milliarden-Markt: Alle Hersteller haben E-Offensiven gestartet oder bereits angekündigt. Und für die abgasgeplagten Kommunen bedeuten Elektro-Autos einen Ausweg aus drohenden Fahrverboten. Doch stimmt das? Sind E-Autos wirklich die Rettung für die Umwelt? Die Autoren Florian Schneider und Valentin Thurn gehen der Frage auf den Grund. Das größte Bauteil eines Elektro-Autos ist mit mehreren hundert Kilo Gewicht die Batterie. Und sie ist das klimaschädlichste. Denn für das hier verwendete Lithium werden fragile Ökosysteme in Südamerika zerstört und der dort lebenden Bevölkerung Land und Wasser geraubt. Die Autoren recherchieren vor Ort, zeigen die Auswirkungen des Lithium-Booms: Eine ökologische und menschliche Katastrophe, in Kauf genommen für das „Null-Emissionen-Auto“ in Europa. Die Herstellung eines 100-kWh-Akkus, notwendig für eine Reichweite von rund 400 Kilometern, verursacht eine Klimabelastung von 15 bis 20 Tonnen Kohlendioxid. Ein Wert, für den ein 6-Liter Mittelklassewagen mit Benzin- oder Dieselmotor bis zu 100.000 Kilometer weit fahren kann. Für die Produktion von Elektro-Autos werden sehr viele unterschiedliche Rohstoffe gebraucht. Forscher des Wuppertal Instituts für Klimaforschung sagen: Die Summe der Umweltbelastung durch alle bei der Herstellung verwendeten Materialien ist bei der E-Mobilität im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so hoch. Unter dem Strich sind E-Autos keineswegs umweltfreundlicher als Benziner oder Diesel, zumindest nicht, wenn sie eine ähnliche Reichweite haben. Experten sind sich einig: Der einzige Weg, Mobilität umweltfreundlicher zu gestalten ist, den Individualverkehr zu reduzieren und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken. Wie das funktionieren kann, zeigt ein Beispiel im litauischen Vilnius. Seit September 2017 hat Vilnius eine der fortschrittlichsten Mobilitäts-Apps der Welt, mit der man problemlos ohne privaten Pkw durch die Stadt kommt. Kernstück der App ist eine Echtzeitkarte, die die aktuellen Positionen von Bussen, Bahnen und Taxis auf wenige Meter genau anzeigt. Dazu kommen die Park-Positionen von Carsharing-Autos und Leihfahrrädern. Das Ganze ist so erfolgreich, dass auch die Berliner Verkehrsbetriebe die App in diesem Jahr einführt. Die App ist nur eine von weltweit vielen Ansätzen, um den Menschen eine bequeme Alternative zum eigenen Auto zu bieten. Und auch wenn das Auto wohl nie ganz aus unserm Straßenbild verschwinden wird: Es ist an der Zeit, sich Gedanken über Alternativen zu machen. Und richtig eingesetzt – etwa als Busse, Lieferwagen oder Kleinwagen mit geringer Reichweite für Pendler – können auch Elektro-Autos ihren Beitrag für eine klimafreundlichere Zukunft leisten. Kommentar WO: Im Video zu sehen: beim Lithium-Abbau wird das Tiefenwasser (mit höherer Salzkonzentration) hochgepumpt, dadurch strömt vermehrt Grundwasser aus den umgebenden Ufer (Berghänge in den Anden) zu, Brunnen versiegen reihenweise, die Lamas verenden, die Indiobevölkerung muss weg. Wir müssen daran erinnert werden, dass die Indios auf Feuerland von den Europäern abgeschlachtet wurden (es wurden Kopfprämien jeden Getöteten bezahlt, niemand überlebte), nur damit wir mehr billige Wolle produzieren können. Das Spiel wiederholt sich: der sogenannte freie Markt produziert Genozide, auch heute noch.

190626 Finnland macht Klima zu Schwerpunkt von Ratsvorsitz Finnland will sich während seiner bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft vor allem für eine stärkere europäische Klimapolitik einsetzen. „Während des finnischen EU-Vorsitzes liegt der Schwerpunkt auf der globalen Führungsrolle der EU in Klimafragen“, erklärte der finnische Regierungschef Antti Rinne heute im Parlament in Helsinki. „Das beinhaltet, dass wir uns zur Klimaneutralität vor dem Jahr 2050 verpflichten.“ Ziel sei ein Konsens im EU-Rat zu zentralen Elementen dieses Plans bis Ende 2019. Kommentar WO: „Die Nachricht hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, aber nicht mein Vertrauen in die nordischen Länder. Der Rest der EU (inkl Österreich) wird das Vorhaben der Finnen zu verhindern wissen.

190626 EuGH macht strenge Vorgaben bei Messung der Luftqualität Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat strenge Vorgaben für die Messung von Luftschadstoffen in Städten gemacht. Der EuGH entschied heute, dass eine Überschreitung der Grenzwerte schon an einer einzelnen Station ausreiche und keine Mittelwerte gebildet werden könnten. Bürgerinnen und Bürger können demnach zudem die Standortwahl der Messstationen von Gerichten überprüfen lassen. Kommentar WO: das wird die steirischen Regierungskolition nicht freuen. Dieses Thema betrifft nun nicht den Klimawandel, aber das lokale Mikroklima und ist deshalb durchaus gesundheitsrelevant für Kleinkinder, Alte und Kranke.

190626 Warnungen vor EU-Megadeal mit Mercosur Die EU könnte in Kürze einen der größten Freihandelsdeals ihrer Geschichte abschließen. Es geht um einen seit Langem geplanten Pakt mit dem Mercosur-Wirtschaftsraum, also Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Der soll die Wirtschaft ankurbeln – doch Kritiker warnen vor verheerenden Folgen für Umwelt, Klima und Europas Landwirtschaft. Einer der größten Risikofaktoren ist dabei das Rindfleisch. Kommentar WO: die klima-negativen Effekte zufolge exzessiver Haltung von Wiederkäuern ist längst erwiesen. Ich könnte z.B. mit der Methanemission von 10 Kühen meinen Erdgas-PKW 1 ganzen Jahr lang betreiben (= 1000 kg Methan pro Jahr). Und dabei geht es der EU lediglich um Handel, nicht um gesundes Leben. Und schon gar nicht um die Zukunft.

190624 Oregon Im US-Bundesstaat Oregon sucht die Polizei derzeit elf republikanische Senatoren. Sie weigern sich seit der Vorwoche, im Kapitol, dem Parlament in der Hauptstadt Salem, zu erscheinen. Die Republikaner wollen mit ihrem Parlamentsboykott den Beschluss eines strengen Klimaschutzpakets verhindern, das bis 2050 deutliche Abgasreduktionen vorsieht. Oregon wäre nach Kalifornien der zweite US-Bundesstaat, der dem Kurs von US-Präsident Donald Trump mit eigener Gesetzgebung gegensteuert.

190622 Aktivisten stürmten Tagebau in Deutschland Klimaaktivistinnen und -aktivisten der Protestbewegung „Ende Gelände“ haben am Samstag den RWE-Braunkohletagebau in Garzweiler in Deutschland besetzt. Nach Angaben der Organisation stürmten anschließende mindestens 1.000 Aktivistinnen und Aktivisten auf das Gelände. Daneben wurden auch noch weitere Werke in der Nähe sowie Zufahrten blockiert. Grund für die Besetzungen ist der Protest gegen die Klimakrise.

190621 EU-Gipfel der Lähmung: Kein Kandidat, kein Klimaziel Aus dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag ist einmal mehr ein Gipfel des Vertagens und Verschiebens geworden. Aufgrund einer Blockade von vier Staaten konnte kein verbindliches Ziel für Klimaneutralität bis 2050 beschlossen werden. Kommentar WO: wie lautet der unerträgliche Stehsatz der Politiker dazu: „Wichtig ist, dass man miteinender redet“.

190621 Nachbesserung des österreichischen Klimaplans gefordert Massive Verbesserung des österreichischen Energie- und Klimaplans (NEKP) hat die aus Landesräten und Wissenschaftlern sowie Wissenschaftlerinnen bestehende Allianz „Klimaschutz Jetzt“ gefordert. „Der Entwurf ist völlig unzureichend“, kritisierte Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) heute bei einer Pressekonferenz. Dringende Maßnahmen müssten bereits von der derzeitigen Expertenregierung umgesetzt werden. Österreich ist der Allianz zufolge mit dem derzeitigen Klimaplan weit davon entfernt, das von der EU vorgegebene Ziel von 36 Prozent CO2-Reduktion bis 2030 zu erreichen. Auch die Kommission habe bei ihrer Bewertung des NEKP in zehn Punkten Nachbesserungen gefordert. Wird das Ziel nicht erreicht, würden Anschober zufolge der Republik Kosten in der Höhe von bis zu 9,2 Milliarden Euro drohen. „Dieses größte Finanzdebakel wollen wir vermeiden“, sagte der oberösterreichische Landesrat.

190620 EU: Klimaneutralität bis 2050 auf Gipfel in Verhandlung     Im Kampf gegen den Klimawandel könnte sich der aktuelle EU-Gipfel auf das Ziel festlegen, bis zum Jahr 2050 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Die EU-Staats- und Regierungschef nahmen dazu heute in Brüssel ihre Beratungen auf. Trotz einer zunehmenden Unterstützerzahl unter den Mitgliedstaaten zeichneten sich schwierige Gespräche ab. Kommentar WO: Keine Sorge, da wird nur verhandelt. Und die Aussagen der Politiker werden sein: „Wir wollten ja, aber es ging nicht“. Die Industrie und Wirtschaft würden auch letztlich eine Zielerreichung verhindern.

190620 Himalaya-Gletscher schmelzen schneller Die Gletscher im Himalaya-Gebirge schmelzen laut einer Studie doppelt so schnell wie vor der Jahrhundertwende. Die Folgen des Klimawandels auf das Gebirge könnten verheerende Auswirkungen auf die Wasserversorgung in Südasien haben, heißt es in der US-Studie, die gestern im Fachblatt „Science Advances“ veröffentlicht wurde.

190620 Auch ÖVP will Klimaschutz bei Wahl stärker betonen Die Parteien arbeiten an ihren Wahlprogrammen für die Nationalratswahl im Herbst – präsentiert werden sollen sie aber frühestens im Sommer. Erste Schwerpunkte stehen bereits fest – und hier zeigt sich die schon bei der EU-Wahl beobachtete stärkere Bedeutung der Umweltpolitik. So will die ÖVP den Klimaschutz stärker betonen, Ähnliches hat zuvor bereits die FPÖ angekündigt. Kommnentar WO: Österreich ist im Klimaschutzranking so gut (oder schlecht) wie z.B. China oder USA. Warum? Weil die Politik nur redet aber nichts tut. „Man will den Klimaschutz stärker betonen„, des is ka guate Musik.

190620 Dänemark strebt ambitioniertes Klimaziel an Dänemark könnte in den kommenden Jahren eines der weltweit ehrgeizigsten Klimaziele verfolgen. Demnach sollen die Treibhausgasemissionen des Landes bis 2030 im Vergleich zum Jahr 1990 um 70 Prozent gesenkt werden. Kommentar WO: Dänemark ist im Ranking des Klimaschutzindexes an vorderster Stelle und das seit Jahren. Warum? Weil sie etwas tun.

190620 Chef von US-Umweltbehörde setzt auf Kohlestrom Die US-Umweltbehörde EPA hat Regulierungen für Kohlekraftwerke aus der Regierungszeit von Präsident Barack Obama wieder zurückgenommen. Der von US-Präsident Donald Trump eingesetzte EPA-Chef Andrew Wheeler – ein früherer Lobbyist für die Kohlebranche – erwartet, dass nun nach zahlreichen Schließungen in den vergangenen Jahren wieder mehr Kohlekraftwerke ans Netz gehen werden. Kommentar WO: Die meisten der Clouds-Server sind in Bundesstaaten mit besonders hohem Kohlestromanteil: Cloud-Nutzung ist stark klimaschädigend!!

190620 USA: Neue UNO-Botschafterin will nicht zu Klimagesprächen Die von US-Präsident Donald Trump als künftige Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen vorgesehene Diplomatin und Kohle-Milliardärin Kelly Craft hat angekündigt, sich aus Klimaverhandlungen raushalten zu wollen. Wann immer Kohle Teil einer UNO-Diskussion über den Klimawandel sei, „werde ich mich aus Befangenheit zurückziehen“, sagte Craft gestern bei einer Anhörung vor dem US-Senat. Die derzeitige US-Botschafterin in Kanada ist mit dem Milliardär und Kohle-Manager Joe Craft verheiratet. Präsident Trump hatte Craft im Februar als Nachfolgerin für Nikki Haley nominiert, die Ende 2018 überraschend aus dem Amt ausgeschieden war.

190618 Geteilte Reaktionen auf EU-Bewertung von Österreichs Klimaplan Die Bewertung des Entwurfs des österreichischen Klima- und Energieplans (NEKP) seitens der EU-Kommission hat heute geteilte Reaktionen ausgelöst. Während Umweltministerin Maria Patek die Bewertung „positiv“ sah, setzte es von JETZT und Umwelt-NGOs harsche Kritik. Kommentar WO: e-Mobilität wird z.B. als CO2-frei bezeichnet. So, als ob es die klimaschädlichen Emissionen bei der Produktion und Entsorgung der monströsen Li-Ionen Akkus nicht gäbe. Ich nenne das: „sich selbst, bzw die Bevölkerung beschwindeln, und zwar bewusst!!“.

190618 Klimakrise: Greta Thunberg nahm Wohlhabende in die Pflicht Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg hat die wohlhabenden Teile der Menschheit beim Kampf gegen die Klimakrise in die Pflicht genommen. Es seien nicht Menschen in Ländern wie Mosambik, Bangladesch und Kolumbien, die die größte Verantwortung für die Klimakrise trügen, sondern vor allem Mächtige wie Politiker, Prominente und Geschäftsleute, die nicht selten in Privatjets reisten, sagte die 16-Jährige in einer Rede auf einer Konferenz in Stockholm, von der sie heute ihr Manuskript veröffentlichte.

190618 Das rasante Wachstum der Weltbevölkerung setzt sich fort: Nach neuesten Projektionen der UN wird die Bevölkerungszahl von derzeit rund 7,7 Milliarden Menschen auf 9,7 Milliarden 2050 und 10,9 Milliarden Menschen 2100 steigen.

190618 Rasante Eisschmelze in Grönland Anzeichen für eine beschleunigte Eisschmelze in Grönland haben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche gefunden. Ungewöhnlich hohe Temperaturen in den vergangenen Tagen setzten diesen Trend fort. Ein aktuelles Foto von Donnerstag führt die Auswirkungen der Eisschmelze drastisch vor Augen. Zum Originalartikel

190617 Klimaanlagen als große Brandgefahr Klimaanlagen sind nicht ungefährlich, warnt die Feuerwehr, nachdem mobile Geräte am Freitag und Samstag als Ursache für Wohnungsbrände ermittelt worden sind.

190616 Erstmals Infektionen mit Chikungunya-Virus in Spanien In Spanien sind erste Fälle einer Infektion mit dem Chikungunya-Virus im eigenen Land registriert worden. Bei den Betroffenen handelt es sich um drei Mitglieder einer isländischen Familie, die alle im Mai im ostspanischen Alicante Urlaub gemacht und dort den amtlichen Erkenntnissen zufolge durch Stiche infiziert wurden. Das Virus wird von Stechmücken übertragen, vor allem von der Ägyptischen Tigermücke (Aedes aegypti) und der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus). Kommentar WO: Die Mücken folgen dem Klimawandel. In Griechenland und Süditalien ist das Nilfieber bereits „heimisch“, weitere Infektionskrankheiten werden folgen.

190614 Jugendliche demonstrierten gegen Plastik Hunderte Jugendliche gingen am Freitag in Dornbirn auf die Straße. Diesmal hieß das Motto aber nicht „Friday for Future“, sondern „PET-Parade“. Im Mittelpunkt stand also nicht der Kampf gegen den Klimawandel allgemein, sondern ganz speziell der gegen Plastik. Kommentar WO: Hoffentlich verstehen die Jugendlichen dies auch als Selbstverpflichtung in Bezug auf gedankenlosen Konsum. Es ist schrecklich, wie viel Abfall aus fahrenden Autos geschmissen wird.

190614 Wenn das Land untergeht: der Kampf der Halliglüüd gegen das steigende Meer Auf den Halligen im norddeutschen Wattenmeer sind die Bewohner den Naturgewalten ausgesetzt. Es ist ein abgeschiedenes, raues Leben, mit der steten Angst vor dem Verlust des eigenen Hauses. Denn der Klimawandel lässt den Meeresspiegel ansteigen, Sturmfluten nehmen sich Land. Nun werden die Warften, auf denen die Häuser stehen, erhöht und verstärkt. Doch ob dies die Zukunft sichert, muss sich erst noch zeigen. Bilder sind hier

190613 NZZ: Die Klimadebatte braucht mehr Offenheit                         Die Forderungen der Klimaschützer werden immer lauter. Manch einer fühlt sich gegängelt. Im Streit kommt die Diskussion über effiziente Massnahmen zu kurz.

190612 Polyester verschmutzt die Meere                              Polyester gehört zu den beliebtesten Materialien der Modeindustrie. Für die Umwelt scheint die Kunstfaser jedoch problematisch zu sein, wie eine Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace zeigt. Denn die Fasern landen als Mikroplastik im Ozean. Ob als Sommerkleid oder als dicke Fleecejacke – aus Polyester lassen sich unterschiedlichste Stoffarten und Produkte fertigen. Außerdem ist die Kunstfaser günstig, was das Material gerade für große Modeketten attraktiv macht. 60 Prozent der Kleidung bestehen heute zum Teil oder ganz aus Polyester. 2010 wurden weltweit rund 40 Millionen Tonnen Polyester hergestellt, bis zum Jahr 2030 dürfte die Produktion auf das Doppelte steigen. Fasern werden zu Mikroplastik Greenpeace hat die große Nachfrage zum Anlass genommen, die Kunstfaser genauer zu beleuchten. Im Rahmen der Initiative „Mutter Erde“, hat die Umweltorganisation Polyesterblusen von großen Textilkonzernen gemeinsam mit dem Umweltbundesamt getestet. Insgesamt 24 Blusen aus 100 Prozent Polyester haben die Tester bei bekannten Billigmarken gekauft und sie mit einer handelsüblichen Waschmaschine Schonwaschgang bei 30 bis 40 Grad Celsius gewaschen. Das Abwasser wurde im Labor aufgefangen und seine Bestandteile analysiert. Auch die getesteten Blusen haben Fasern verloren: Im Schnitt landeten pro Kilo Wäsche 68 Milligramm Plastik-Partikel im Wasser. Hochgerechnet auf alle österreichischen Haushalte seien das pro Jahr 126 Tonnen reines Mikroplastik, das über die Waschmaschine im Abwasser landet. „Das entspricht der Menge von etwa vier Millionen PET-Flaschen“, erläutert Kaller.

190608 Chinas Holzhunger löst Streit mit Moskau aus Der enorme Rohstoffhunger Chinas hat einen neuen Streit ausgelöst. In diesem Fall geht es um Holz aus den riesigen Wäldern Russlands. Die Abholzungen vom Altaigebirge bis zur Pazifikküste hinterlassen wegen fehlender Aufforstung eine Spur der Verwüstung – und dazu geharnischte Kritik aus Russland. Denn für viele Russen und Russinen sei der Schuldige an der Umweltsünde klar China, wie die „New York Times“ schreibt. Kommentar WO: Oh Heiliger Florian …. Wir Europäer sind um keinen Deut besser: die nach China verkauften Stahlwerke führten in Deutschland sofort zu einer Minderung der deutschen CO2-Emission, der re-importierte Stahl war wahrscheinlich CO2-frei.

190607 Amnesty-Menschenrechtspreis für Thunberg Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und die Protestbewegung „Fridays for Future“ erhalten in diesem Jahr den wichtigsten Preis von Amnesty International. Es sei inspirierend, wie entschlossen junge Aktivistinnen und Aktivisten in aller Welt auf die Klimakrise hinwiesen, teilte die Menschenrechtsorganisation heute mit. Kommentar WO: …und auch für alle Teilnehmer an den Fridays for Future.

190607 Mehr Verkehr durch selbstfahrende Autos Entgegen bisherigen Prognosen könnten selbstfahrende Privatautos zu noch mehr Verkehr führen. Zu diesem Schluss kommt eine Schweizer Studie, die das Aufkommen autonomer Fahrzeuge in der Stadt Zürich simuliert hat.

190529 Der „Klimastreik“ ist weiblich Erste Ergebnisse einer internationalen Befragung zeigen: Der Klimaprotest der Bewegung „Fridays for Future“ ist weiblich. Beim ersten weltweiten „Klimastreik“ am 15. März dieses Jahres waren bis zu 70 Prozent der rund 1,6 Millionen Teilnehmer Mädchen und Frauen. Kommentar WO: Die Sorge um das Leben (=Fürsorge) ist eben beim weiblichen Geschlecht besser aufgehoben.

190529 Greta Thunberg beim R20 Austrian World Summit: „Die meisten von uns wissen nichts über die grundlegenden Fakten“, sagt sie mit ruhiger, deutlicher Stimme. Doch weil wir soziale Tiere seien, sagt Thunberg, würden wir uns zu Führungspersönlichkeiten hingezogen fühlen. Die Reihen sind gefüllt mit Männern im Anzug und Damen in Kostümen. „Sie, die Sie heute da sind, sind Führungspersönlichkeiten“, sagt Thunberg. „Die Menschen hören Ihnen zu! Sie haben Einfluss und Verantwortung, und das ist eine Verantwortung, die die meisten von Ihnen nicht übernommen haben.“ Kommentar WO: Ja, Greta hält den Alpha-Menschen den Spiegel vor. Es verpflichtete aber auch uns alle. Gibt es für das, was Greta tut und bewirkt einen Nobelpreis?

190528 In Schweden funktioniert die CO2-Steuer Viele andere EU-Mitgliedsstaaten haben vorgemacht, dass eine CO2–Steuer funktioniert. Schweden hat sie bereits 1991 eingeführt. Susanne Åkerfeldt ist im schwedischen Finanzministerium seit vielen Jahren für die Steuer zuständig, die ganz wesentlich zum Rückgang der Treibhausgasemissionen in dem skandinavischen Land beigetragen hat. Aus ihrer Sicht ist die „Carbon Tax“ ein Erfolg. Besonders im Bereich der Gebäudeheizungen sind fossile Brennstoffe in Schweden mittlerweile nahezu verschwunden. „Eine CO2–Steuer ist einfach einzuführen. Das ist keine Raketenwissenschaft“, meint Susanne Åkerfeldt. Kommentar WO: Nicht nur die Schweden sondern alle skandinawischen Staaten sind in vielen klimaschützenden Maßnahmen ein Vorbild, wir (inklusive unsere Politiker) sind hingegen „lern-resistent“.

190528  „Wir dürfen keine Zeit mehr verstreichen lassen, denn in der Klimakrise langsam zu gewinnen, heißt zu verlieren.“ Mit diesen Worten hat sich die 16-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg am Dienstag in Wien im Rahmen des „R20 Austrian World Summit“ an Führungspersonen aus aller Welt gewandt.

Auch wenn es nicht zum Thema „Klimawandel“ passt: 190527 Europas höchste Antibiotika-Vorkommen in Donau  Sieben unterschiedliche Antibiotika sind bei in Österreich gezogenen Proben in der Donau gefunden werden. Damit ist der zweitgrößte Fluss Europas der am stärksten mit Antibiotika verseuchte europäische Fluss, wie eine heute präsentierte Studie der University of York zeigt. Wissenschaftler befürchten dadurch eine steigende Entwicklung von Resistenzen. Kommentar WO: Messungen der „Plastikbeladung“ ergaben, dass sie sprungartig beim Durchfluss durch Österreich zunimmt. Das Waschen eines Fleece-Wäschestücke („Funktionswäsche“) setzt angeblich mehr als 1 Million Mikroplastikteilchen ins Waschwasser frei.

190527 Erstes elektrisches Müllauto in Betrieb Sie nimmt zwar Müll auf – gibt selbst jedoch keine Schadstoffe ab: In Wien ist demnächst die erste rein elektrisch angetriebene Müllabfuhr unterwegs. Der 27 Tonnen schwere Dreiachser wurde am Montag präsentiert.

190527 Klimagipfel: Thunberg traf Van der Bellen  Die 16-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist bei ihrem Aufenthalt in Wien auch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen empfangen worden. „Ich bewundere sie schon lange“, sagte das Staatsoberhaupt in einem Video auf seiner Facebook-Seite. Thunberg rief dazu auf, am Freitag bei dem Klimastreik auf dem Heldenplatz mitzumachen. „Wir sehen uns dort“, appellierte sie.

190523 Verbotene FCKW-Emissionen stammen aus China Dank des Montreal Protocol zum Schutz der stratosphärischen Ozonschicht von 2010 sind die Emissionen der ozonschädigenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) stark zurückgegangen. Im vergangenen Jahr sorgte jedoch eine Studie für Aufsehen, dass die Emissionen eines der wichtigsten Ozonkiller, FCKW-11, seit mehreren Jahren trotz des weltweiten Verbots wieder steigen.

190523 Die ETH Zürich hat dieser Tage ein einzigartiges Labor zur Erforschung der Geothermie in Betrieb genommen. Dieses befindet sich 1,5 Kilometer unter der Erdoberfläche in einem unbenutzten Seitenstollen des Furkatunnels.

190522 Angelobung der neuen Minister: Van der Bellen weist auf Klimakrise hin: „Wir sind noch die Generation, die das Wichtigste und Notwendige tun kann, um die Klimakrise zu ändern“, richtet Van der Bellen als Appell an die neuen Minister und an die neue Ministerin.

190121 Thunberg und Schwarzenegger: Klimagipfel nächste Woche Trotz innenpolitischer Krise findet kommende Woche der „R20 Austrian World Summit“ in der Wiener Hofburg statt. Arnold Schwarzeneggers alljährlicher Klimagipfel geht heuer über zwei Tage und steht unter dem Motto „Less talk – more action“, wie die Mitorganisatorin und frühere grüne Abgeordnete Monika Langthaler heute bei einer Pressekonferenz berichtete. Kommentar WO: Die Klimakrise betrifft die gesamte Menschheit und ist viel bedeutender als die „innenpolitische Krise“: hoffen wir, dass dieser „R20 Austrian Summit“ auch ein Impuls für die nächste Regierung ist und zu einer Neuausrichtung der Klima-Politik führt.

190521 Verbot für Einwegplastik ab 2021 fix Die EU-Richtlinie zur Verringerung von Einwegplastik ist endgültig abgesegnet worden. Der EU-Ministerrat stimmte heute in Brüssel dem Verhandlungsergebnis zu, das schon vom Europäischen Parlament bestätigt wurde. In zwei Jahren müssen Einwegprodukte wie Kunststoffbesteck und -teller vom Markt verschwinden.

190521 Macron fordert europaweite Kerosinsteuer Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich für eine europaweite und möglichst weltweit verabredete Kerosinsteuer ausgesprochen. „Ich möchte, dass wir bei einer gemeinsamen Besteuerung von Kerosin in Europa vorankommen und dass wir eine echte internationale Verhandlung über das Thema haben“, sagte Macron in einem Interview mit mehreren französischen Regionalzeitungen (Dienstag-Ausgaben). Er sprach sich zudem für eine stärkere steuerliche Belastung für Unternehmen in Europa aus, die hohe Umweltschäden verursachen.

190521 Erstmals mehr als fünf Millionen Pkws In Österreich ist die Fünfmillionengrenze bei der Anzahl der Pkws überschritten – exakt waren es Ende April 5.002.266. Aneinandergereiht ergäbe dies eine 25.000 km lange Autokolonne. Darauf macht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) aufmerksam.

190521 Die Verschwendung von Lebensmitteln ist eine Unsitte unserer Wegwerfgesellschaft. In der Schweiz hat sich zwar schon lange eine Gegenbewegung formiert, doch jetzt kommt sie richtig in Schwung. In der neuen Folge unseres Audio-Podcasts «12 Geheimnisse, die das Leben verändern» erzählt eine junge Frau, wie sie gegen Food-Waste kämpft. Zum Podcast

190520 „Fridays For Future“: Rund 1.300 Städte dabei Der für Freitag geplante internationale Protesttag von Schülern und Schülerinnen sowie Studierenden für mehr Klimaschutz könnte noch größere Ausmaße annehmen als die erste Auflage Mitte März. Bisher sind Kundgebungen in rund 1.300 Städten in 109 Ländern geplant, in Österreich wird in zehn Städten gestreikt, wie heute aus einer Liste des globalen Netzwerks #FridaysForFuture hervorging.

190517 Exxon sah Klimakrise schon vor Jahrzehnten kommen US-Forscher haben unlängst die höchste CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit Beginn der Aufzeichnungen registriert. Das Mauna-Loa-Observatorium in Hawaii, das seit den 1950er Jahren Messungen vornimmt, verzeichnete Anfang Mai 415,26 Teile pro Million (ppm) – es war das erste Mal, dass die Marke von 415 überschritten wurde (Anmerkung WO: 500 ppm wird in Graz schon seit mehreren Jahren immer wieder überschritten). Mit erschreckender Genauigkeit haben Wissenschaftler des Öl- und Gasriesen Exxon bereits 1982 die Entwicklung beim CO2- und Temperaturanstieg hervorgesagt. In einer Hochrechnung unter der Annahme, dass die Menschen immer mehr fossile Brennstoffe nutzen und neue Ölreserven erschließen würden, kam Exxon für 2019 auf einen CO2-Gehalt der Atmosphäre von knapp 420 ppm und einen Temperaturanstieg von 0,9 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit – diese 0,9 Grad wurden 2017 erreicht.

190517 Bündnis für „massive“ Klimaplan-Nachbesserung Österreich steht in den nächsten sieben Monaten vor einer Richtungsentscheidung beim Klimaschutz: „Entweder der Klimaplan, der bis Jahresende an die EU-Kommission gemeldet werden muss, wird massiv nachgebessert, und Österreich erreicht seine Klimaschutzziele, oder es drohen Strafgeldzahlungen in der Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro“, hieß es in der Aussendung eines übergreifenden Klimabündnisses.

190516 Österreich in Klimaranking weit hinten: Das Erreichen oder Nichterreichen der selbst gesteckten Klimaschutzziele hat in den letzten Tagen und Wochen für Diskussionen gesorgt – und wird es wohl noch länger tun. Ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht attestiert sämtlichen EU-Staaten Defizite in der Umsetzung dieser Ziele. Österreich liegt im Vergleich ziemlich weit hinten. Kommentar WO: Und dabei sind die selbstgesteckten Klimaziele nicht von der „Not“-wendigkeit bestimmt, sondern von der „Machbarkeit“, also durchaus „low-level“.

190515 Staatsziel Wirtschaft schaffte es nicht in die Verfassung Der Wirtschaftsstandort hat es vorerst nicht als Zielbestimmung in die Verfassung geschafft. Die Oppositionsparteien verwehrten heute im Nationalrat dem Ansinnen der ÖVP-FPÖ-Regierung die Zustimmung. Damit fehlte dem Antrag die nötige Zweidrittelmehrheit. Auch auf eine Rückverweisung an den Ausschuss wurde verzichtet. Während Umweltschutz und Klimakrise in aller Munde seien, „denkt man in Österreich darüber nach, wie man den Umweltschutz schwächen kann“, so Wittmann. Zudem attestierte der SPÖ-Abgeordnete der Regierung „Überheblichkeit“.

190515 Klimawandel „Die Radikalkur ist nicht durchführbar“. Als Leiter der Erdbeobachtung bei der ESA weiß Josef Aschbacher bestens über den Zustand der Erde Bescheid: In einem Interview erzählt er, welche Radikalkur für unseren kranken Planeten am besten wäre. Und warum sie nicht passieren wird.

190513 Geleakte EU-Studie: Kerosinsteuer könnte CO2-Ausstoß senken Elf Prozent – so stark würde der Kohlendioxidausstoß der Luftfahrt zurückgehen, würde eine europäische Kerosinsteuer eingeführt werden. Zu dem Ergebnis kommt eine geleakte Studie der EU-Kommission. Effekt der Steuer wären höhere Ticketpreise, die auch zu einem Rückgang bei Flugreisen führen würden.

190113 Klimaschutz und Kampf gegen Hunger 800 Millionen Menschen leiden weltweit Hunger. Die Zahl könnte dramatisch steigen, wenn zu sehr auf Klimapolitik gesetzt wird. Klimaschutz und Ernährungssicherheit müssen aber kein Widerspruch sein, berichten nun Forscher.

190513 NZZ: Jeder Vierte in der Schweiz ist Ausländer, doch wer sind sie, woher kommen sie, und wie lange bleiben sie? Im Rahmen des nationalen Forschungsschwerpunkts Migration und Mobilität ist dazu eine grosse Umfrage durchgeführt worden. Die Resultate legen eine Unterscheidung zwischen drei Typen von Einwanderern nahe. Bemerkenswert ist, wie gut die meisten Ausländer in den Arbeitsmarkt integriert sind, dass sich die meisten der Schweiz zugehörig fühlen und viele für ihr ganzes Leben bleiben wollen. In letzter Zeit schwieriger geworden ist die Situation allerdings für Eritreer. Zur Ausländer-Analyse | Zum Bericht über die Eritreer

190511 19-jähriger Däne tritt für Klima in den Hungerstreik Anmerkung: und dabei gehört Dänemark zu den weltweit führenden Ländern im Klimaschutzindex-Ranking

190510 NZZ Eine rätselhafte Zunahme von Methan in der Luft bedroht das Pariser Klimaziel Anfang der 2000er Jahre schien sich der Gehalt des Treibhausgases in der Luft stabilisiert zu haben. Seit 2007 steigt er aber wieder. Wissenschafter grübeln über die Ursachen.

190509 Gletscher verlieren jährlich einen Meter Die Eisdicke der Gletscher in Österreich geht jährlich im Schnitt um einen Meter zurück, wie Innsbrucker Forscher mit einer neuen Messmethode ermittelt haben. Die Gletscher verloren von 2006 bis 2016 ein Fünftel an Masse.

190508 Immer mehr Dürren im Donauraum Im Gegensatz zu Überschwemmungen erregen Dürren wenig Aufsehen, im Donauraum verursachen sie aber mittlerweile mehr Schäden als alle anderen Naturkatastrophen. Bis 2050 prophezeien Forscher eine Zunahme auf das Vierfache.

190507 EU Jährlich mindestens 50 Mrd € Umsatzsteuerbetrug: Laut der Recherche warnen die europäischen Finanzbehörden vor allem vor einer neuen Betrugsmasche mit Ökostromzertifikaten.

190507 Acht EU-Länder für strikte neue Klimaziele: Vor dem EU-Sondergipfel in Rumänien haben acht Länder gemeinsam ehrgeizige neue Klimaziele der Europäischen Union gefordert. Dahinter stehen Frankreich, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Dänemark, Schweden, Portugal und Spanien. Eine entsprechende Initiative hatte der französische Präsident Emmanuel Macron bereits angekündigt. Kann irgend Jemand in dieser Liste Österreich entdecken?????????

Mehr als 200 Bürgermeister für neutrale Klimabilanz: Zudem gibt es eine weitere Initiative auf Städteebene. Mehr als 200 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister europäischer Städte haben sich in einem offenen Brief dafür ausgesprochen, dass die EU bis zum Jahr 2050 klimaneutral wird. Ist da eine österreichische Stadt dabei?????

190507 Arktischer Rat streitet über Klimaveränderung, USA gegen Bekenntnis zu Kampf gegen Klimakrise

190507 Steigender Sandbedarf ruiniert die Umwelt
Der weltweite Bauboom hat die Nachfrage nach Sand und Kies einer neuen Studie zufolge in 20 Jahren verdreifacht. Mit 40 bis 50 Milliarden Tonnen im Jahr sei Sand gemessen am Volumen nach Wasser der größte gehandelte Rohstoff der Welt, teilte das UNO-Umweltprogramm (UNEP) am Dienstag in Genf mit. Der unregulierte Abbau sei für die Umwelt aber gefährlich, warnte UNEP. Kommentar WO: Das Wachstum der Bauvorhaben von 5,5% pro Jahr ist erschreckend und das hat klimawirksame Folgen.

190506 UNO-Bericht: Eine Million Arten vom Aussterben bedroht

190430 EU-Bürger und -Bürgerinnen können sich bald mit einer Unterschrift online für eine Kerosinsteuer sowie klarere Lebensmittelkennzeichnungen einsetzen. Entsprechende Bürgerinitiativen nahm die EU-Kommission an, wie die Behörde heute in Brüssel mitteilte. Eine der Initiativen fordert, Steuerbefreiungen für den Flugzeugtreibstoff zu beenden. Die Luftfahrtbranche profitiere von Steuervorteilen, obwohl sie einer der am schnellsten wachsenden Verursacher von Treibhausgasen sei, führen die Initiatoren zur Begründung an.

https://youtu.be/IHb6mSlw1ho Li-Ionen Akkus: Brandgefahr ist technisch nicht lösbar

190421 Wie Streaming das Klima belastet: Wer gerne Filme schaut oder Musik hört, hortet heute kaum noch CDs oder DVDs, sondern ist Mitglied bei einer Streaming-Plattform. Auf den ersten Blick eine umweltfreundliche Sache: Es gibt keine Transportwege oder Abfall, alles läuft online über Handy oder Tablet. Doch der ökologische Fußabdruck des Internets scheint größer als bisher angenommen.

190401 Talk Show in DE: Anne Will: Streiten statt Pauken – ändert die Generation Greta die Politik?
Therese Kah: Die Dortmunderin hat 2017 Abitur gemacht, studiert inzwischen Informatik und organisiert Fridays-for-Future-Demos. Sie erklärt selbstbewusst, warum Schüler die Kundgebungen nicht aufs Wochenende legen: „Es braucht drastische Maßnahmen, um zu zeigen, wie drastisch der Klimawandel ist.“
Wolfgang Kubicki: Wer hätte das gedacht: Der FDP-Politiker erzählt, er habe in jungen Jahren gegen Atomkraft demonstriert. Jetzt hat er aber kein Verständnis für den Schulstreik vieler junger Menschen. „Das ist kein Streik, sondern schlicht und ergreifend Schuleschwänzen. Die Schüler schaden damit nur sich selbst.“
Harald Lesch: Der streitlustige Astrophysiker, Professor und Wissenschaftsmoderator sieht das ganz anders. Er würde sich wünschen, dass noch viel mehr junge Menschen auf die Straße gehen: „Im Vergleich zur Bedrohung, die der Klimawandel darstellt, halte ich die Schulpflicht für unerheblich.“ 

NZZ: Palmöl „Das steinharte Geschäft mit dem Weichmacher“

ORF 190401: Wissenschaftler haben im US-Bundesstaat North Dakota zahlreiche Spuren eines gigantischen Massensterbens vor 66 Millionen Jahren entdeckt. Die Fossilien vom Ende der Kreidezeit seien innerhalb von Minuten nach dem Einschlag eines Asteroiden auf der Erde entstanden, heißt es in einer aktuellen Studie von Forschern der University of Kansas. Bei dem Fund handelt sich demnach um eine „Hauptader vorzüglich erhaltener Tier- und Fischfossilien“. Kommentar W.O.: Es zeigt, wie fragil das System „Erde“ ist. Man sollte von der unpräzisen Journalistensprache absehen (auch Fische zählt man zu den Tieren)

ORF 190331: Die Zahl der von Insekten lebenden Vögel ist in den vergangenen 25 Jahren europaweit deutlich zurückgegangen – durchschnittlich um 13 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung.

ORF 190331: Will man die Treibhausgasbilanz Österreichs verbessern, muss man beim Verkehr ansetzen. Im Salzburger Tennengau wurde vor zehn Jahren ein Projekt gestartet, um Menschen zum Umstieg auf Öffis zu bewegen – mit Konsequenzen bis heute.
Abtenau ist eine kleine Gemeinde im Salzburger Tennengau. Einer der Vorzeigebetriebe des Ortes ist Voglauer, Spezialist für Hotelausstattungen und Möbel. Knapp 550 Menschen aus der ganzen Region arbeiten bei Voglauer, ein Drittel davon kommt ohne Privatauto zur Arbeitsstelle, so Geschäftsführer Peter Grünwald: „Es gibt öffentliche Anbieter, und wir haben unseren eigenen Personaltransport, wo wir Busse, Caddys und dergleichen einsetzen. Das ist das eine wunderbare Kombination, die Flexibilität schafft.“ Kommentar Walter Ospelt: „So eine Firma“ kenne ich auch in Graz. Mobilität ist 1/3 des Problems „Primärenergiebedarf“, ein weiteres Drittel ist aber die Heizung. Wir dürfen dies nicht vergessen.

ORF 190330: Hitzewelle beschert Alaskas polarem Norden neue Rekorde: Der US-Bundesstaat Alaska erlebt zum Ausklang des Winters eine Rekordhitzewelle. Vor allem im arktischen Norden liegen die Temperaturen derzeit um die 20 Grad höher als sonst, sagte der Klimaexperte Rick Thoman vom Alaska Center for Climate Assessment in Fairbanks gestern zu AFP. In der Stadt Barrow an der Nordküste etwa sei die Temperatur am Donnerstag auf minus ein Grad gestiegen – normal sind dort um diese Jahreszeit aber minus 20 Grad.

ORF 190329: Nachdem 2018 das heißeste Jahr in Österreich war, hat es nun die zwölf wärmsten Monate in Folge gegeben. Das gab die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bekannt. In der mit 1767 beginnenden Messgeschichte Österreichs war ein Zeitraum von zwölf Monaten noch nie so ungewöhnlich warm wie von April 2018 bis März 2019″, erläuterte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik am Freitag in einer Aussendung. Der zu Ende gehende März war zudem sehr mild und sehr trocken.

190328 Auswirkungen der Klimakrise beschleunigt Die sichtbaren Folgen der Klimaerwärmung und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft haben sich im Jahr 2018 beschleunigt. Die Temperaturen steigen zudem in Richtung gefährlicher Höhen, heißt es in einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

ORF 190328: Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Donnerstag in seiner Rede beim UNO-Klimaschutztreffen in New York eindringlich mehr Anstrengungen für den Klimaschutz gefordert. „Wir alle müssen mehr tun.“ Dabei zitierte er aus einem Brief der „Fridays For Future“-Bewegung, den ihm österreichische Jugendliche mitgegeben haben. Das Schreiben ist an die Entscheidungsträger der UNO-Generalversammlung gerichtet.

ORF 190328: 2018 ist der Meeresspiegel außergewöhnlich stark gestiegen. Der globale Mittelwert lag nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) um etwa 3,7 Millimeter über dem Wert von 2017. Der durchschnittliche Anstieg seit 1993 betrage 3,15 Millimeter pro Jahr. „Die in diesem Bericht veröffentlichten Daten geben Anlass zu großer Sorge“, schreibt UNO-Generalsekretär Antonio Guterres in einem heute in New York vorgestellten Bericht der WMO. mehr dazu: https://science.orf.at/stories/2972776

ORF 190328: Die Umweltschutzorganisation Global 2000 kritisiert ein von der Wirtschaftskammer (WKÖ) propagiertes Heizen mit CO2-neutralem Öl als „Mogelpackung und Irrweg“. Das dafür zu gebrauchende Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) bestehe zu 85 Prozent aus Palmöl. Dieses komme aus Indonesien, wo für die Produktion artenreiche Regenwälder zerstört werden, sagte Global 2000 heute.

ORF 190328: Der Klimawandel hat heimischen Bauern in den vergangenen Jahren in Form von Dürre, Sturm und Frost stark zugesetzt. Die Folgen dieser Wetterphänomene werden von Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) gemessen.

ORF 190328: Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen gehen 25 bis 30 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs auf das Konto von Kühlschränken und Klimaanlagen.

ORF 190326: Bundespräsident Alexander Van der Bellen hält am Donnerstag beim UNO-Klimaschutztreffen in New York eine Rede. Dabei wird er aus einem Brief der „Fridays For Future“-Bewegung vorlesen. Dieses Schreiben der Jugendlichen, die der Bundespräsident vergangene Woche in der Wiener Hofburg zu einem Gespräch empfangen hat, ist an die politischen Entscheidungsträger der UNO-Generalversammlung gerichtet.

ORF 190325 : Windräder können für Vögel und Fledermäuse tödliche Fallen sein, das wissen Artenschützer schon lange. Doch auch manchen Insekten machen die Rotoren zu schaffen, wie eine neue Modellrechnung zeigt. Wirklich groß ist der Einfluss aber wohl nicht.

NZZ 190320: Die Vielfliegerei ist zum Lifestyle der modernen Menschen geworden – und für das Klima zur Belastung. Man weiss, wie schädlich das Fliegen ist, und tut es trotzdem. Und jetzt soll die Politik einen Ausweg aus dem Gewissensdilemma offerieren. Mit einem Flug von Zürich nach Kairo hat man sein klimaverträgliches CO2-Jahresbudget bereits aufgebraucht.

ORF 190315: Würden die Weltmeere nicht so viel CO2 speichern, wäre der Klimawandel noch viel stärker. Ist dieser Speicher nicht langsam voll? Forscher der ETH Zürich geben Entwarnung: Das Limit ist noch nicht erreicht. Die Menge an „menschengemachtem“ CO2 wird auch genannt.

https://derstandard.at/2000099414447/Klimademos-Streik-statt-Schule

ORF 190307: Studie: Winterregen lässt Grönlands Eis schmelzen: In Grönland regnet es auch im Winter immer häufiger – und das bringt große Mengen an Eis zum Schmelzen. Das zeigt eine neue Studie des deutschen Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung sowie der Columbia University. Publiziert wurde die Studie im Magazin „The Cryosphere“.Das deutsch-amerikanische Forschungsteam war laut eigenen Angaben „überrascht“, als es entdeckte, dass auch während des langen arktischen Winters Regen fällt. Fiel zu Beginn der Forschungsphase zweimal jährlich für kurze Zeit Regen im Winter, so regnete es mit Ende der Forschungsperiode 2012 bereits zwölfmal im Winter.

ORF 190209:  ETH Zürich: Forscher auf „Flugdiät“. Wissenschaft lebt von der internationalen Vernetzung, die Sache hat nur einen Haken: Der Alltag ist mit vielen klimaschädlichen Flugreisen verbunden. An der ETH Zürich wollen die Forscher nicht mehr so weitermachen – und haben sich eine „Flugdiät“ verordnet. Kommentar Walter Ospelt: die ETH ist eine der besten Universitäten Europas. Sie waren mitbeteiligt an der demokratischen Entscheidungsfindung, dass die Stadt Zürich bis 2050 zu einer sogenannten 2000W Gesellschaft werden will. Dies hat inzwischen Gesetzeskraft. Die Gesamtschweiz hat dieses Ziel übernommen. Ganz nüchtern, mit großem Weitblick. Österreich ist derzeit eine sogennante 6000W Gesellschaft (wenn man den Primärenergiebedarf auf jeden Bewohner umrechnet). Der Primärenergiebedarf soll also um 2/3 abgesenkt werden (das ist auch das Ziel der „ambitionierten Variante“ im Steirischen Klimaschutzplan).

Am 18. Mai 2012 war in der NZZ die Meinung von Maggie Thatcher zu lesen:

http://klima.blog.nzz.ch/2012/05/18/die-eiserne-lady-des-klimawandels/

NZZ 18. Mai 2012 um 15:45 Uhr

Die eiserne Lady des Klimawandels

“Was wir der Welt zurzeit antun, wenn wir Land zerstören, die Gewässer verschmutzen und in einem nie dagewesenen Ausmass Treibhausgase ausstossen – sind alles neue Erfahrung für die Erde. Es sind die Menschen und seine Aktivitäten, welche die Umwelt unseres Planeten in einer schädigenden und gefährlichen Weise verändern.”

Wer hat dies gesagt? Irgendein grüner Apologet? Oder ein Presseverantwortlicher einer Umweltschutzorganisation?

Nein, es ist Margaret Thatcher, ehemalige Premierministerin des Vereinigten Königreichs und Vorbild vieler Konservativer. Darunter auch Konservative, die oft nur noch ein müdes Schulterzucken für den Umweltschutz übrig haben. Vor allem dann, wenn die Rede auf den Klimawandel kommt.

Doch gerade an der Tatsache des Klimawandels rüttelte Thatcher, die in Oxford ausgebildete Chemikerin, nie. Ihre Reden vor der Uno sind eindrückliche Dokumente dafür. Deren Lektüre lohnt sich noch immer.

Thatcher dient deshalb auch als Kronzeugin in einem Video des Yale Forums für Klimwandel und Medien (Video siehe unten). Die Videomacher wehren sich damit gegen einen neuen Angriff des amerikanischen Heartland Institute, einem Sammelbecken sogenannter Klimaleugner.

Der “Think-Tank” schaltete anfangs Mai in Chicago eine grosse elektronische Anzeige. Darauf war zu lesen: “Glauben Sie noch immer an die Klimaerwärmung? Ich tue es.” Daneben war ein Porträt von Ted Kaczynski abgebildet. Kaczynski, bekannt als “Unabomber”, verübte in den USA mehrere Bombenanschläge, die Tote und Verletzte forderten.

Geplant waren noch andere Plakatmotive: etwa mit den Porträts von Fidel Castro oder Charles Manson, dem Anführer der Manson Family, die mehrere Menschen ermordete. Die Botschaft ist klar: Wer an die Klimaerwärmung glaubt, ist ein Tyrann, Mörder oder Verrückter. Nach 24 Stunden wurde die Kampagne abgebrochen. Sie habe die nötige Aufmerksamkeit und damit das Ziel erreicht, teilte das Heartland Institute mit.

Das Video des Yale-Forums nimmt die Kampagne geschickt auf die Schippe. Denn Thatcher war in ihrer aktiven Zeit ja alles andere als eine grüne Politikerin. Sie stand für eine neoliberale Politik, der sich, zumindest auf dem Papier, auch das Heartland Institute verschrieben hat.

Doch sie nannte die Umweltprobleme bei ihrem Namen: “The evidence is there. The damage is being done.”