Ist Grünstrom teuer?

Seit mittlerweile fast 20 Jahren ist es in Österreich für jeden Haushalt und Betrieb möglich, den Stromlieferanten frei auszusuchen. Dennoch haben diese Wahlfreiheit österreichweit 2017 nur 4,3% der StromkundInnen genutzt. Das ist durchaus verwunderlich, da Kostenersparnis und Individualität für die meisten Menschen durchaus wichtig sind. Und dabei kann man auch noch einen Beitrag für die Umwelt leisten! Nur kostet das dann halt auch entsprechend mehr, oder?

Nein, tut’s nicht. Und ist die Angebotslage vielfältig? Durchaus. Unterstützung beim Anbieterwechsel bieten online beispielsweise der staatliche Energiergulator e-control oder Aktionen wie der „Energiekosten-Stopp“ des Vereins für Konsumenteninformation (VKI).

Sollten Sie sich lieber abseits des Internets informieren wollen, können Sie das auch in jeder Postfiliale machen, wo Wechselservice inklusive Beratung vor Ort angeboten wird. Vielen geht es erst einmal darum, den günstigsten Preis für Ihre Bedürfnisse zu ermitteln. Mit der Wahl eines Stromproduktes treffen Sie allerdings auch die Entscheidung dafür, wie und wo ihr Strom erzeugt wird. Viele Angebote werden zwar schon aus 100% erneuerbaren Energieträgern gespeist, das kann dann aber  auch etwa skandinavische Großwasserkraft sein. Grund dafür ist, dass der Anteil aus geförderten Ökostromanlagen wie Windkraft, Photovoltaik und Biomasse 2017 in Österreich erst 17,9% betrug. In Deutschland hingegen sind es bereits 36% und bis 2030 sollen es 65% werden. (Die schaffen das ;-).

Großwasserkraftwerke miteingerechnet sind wir hierzulande bei etwa 70% aus Erneuerbaren. Der Rest wird immer noch durch Verbrennen von Kohle, Gas und Öl erzeugt. Und das setzt das klimaschädliche Treibhausgas COfrei. Wer dies mit dem Anbieterwechsel zurückdrängen mag, kann dies durch gezielte Produktwahl auch tun- und dabei noch Geld sparen, denn viele Altverträge sind häufig vergleichsweise richtig teuer und so gar nicht 100% grün. Also genau hinsehen, kann sowohl der Geldtasche als auch dem Klima helfen.

Veröffentlicht von

ronald.gjurkowitsch

lebt (und arbeitet meistens) in der gemeinde hitzendorf. wenn beruflich dann in der energiewirtschaft. unterrichtet nebenbei an fh joanneum und donauuni krems. oft gut gelaunt und pflegeleicht, außer es passt ihm was nicht. linksliberal, grünaffin und hedonist

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